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Neu im AngebotSchöpf, Alfred
Die Wiederkehr der Rache
Eine Hermeneutik der Macht. Diese Hermeneutik der Macht basiert auf dem Verstehensbegriff des Sich-Versetzens in den Anderen nach G. H. Mead. Ein solcher Perspektivenwechsel schließt aber nicht nur das duale Verhältnis des Sich-Sehens mit den Augen des Anderen ein, sondern auch das trianguläre Verhältnis des Verstehens über den Blickwinkel des Dritten einschließlich des verallgemeinerten Anderen. Daher versteht diese Hermeneutik der Macht zweitens das duale Verhältnis mit J. Lacan als narzisstisches Sich-Bespiegeln und imaginäres Verhältnis. In ihm wird das Andere des Anderen ausgeblendet und nur das Eigene im Anderen gefunden. Nur eine Öffnung auf trianguläre Strukturen kann zu einer Anerkennung der ausgeschlossenen Andersheit des Anderen führen und damit auch eine andere Seite des eigenen Selbst zugänglich machen. In dieser Öffnung können Wirkungen der Gewalt überwunden und freie Möglichkeiten der Beziehung entfaltet werden. Praktisch gesehen bedeutet nämlich ein duales Verhältnis zum Anderen, dass Macht in Gewalt übergeht, denn Ausschluss der Andersheit bewirkt immer Übergriff, Verletzung und Unterdrückung. Hier schließt die Hermeneutik der Macht an M. Foucaults Theorie des Wissens als Machtausübung und des Ausschlusses als Gewaltverhältnis an. In der vorliegenden Untersuchung wird diese Theorie des Verstehens auf die drei Bereiche des Geschlechterverhältnisses, des wirtschaftlichen Produktionsverhaltens und des politischen Entscheidungsverhaltens angewandt. Im Geschlechterkampf äußert sich die duale Verstehensweise als Verstrickung in paradoxe Erwartungen an den Geschlechtspartner, die in Enttäuschungs- und Rachereaktionen umschlagen. In den Wirtschaftsverhältnissen bewirkt sie eine Einschränkung auf gegenseitige Nutzungserwartungen, die nicht minder aggressiv ist, weil sie Fragen der Gerechtigkeit und der Verantwortung für die Vernutzung der Umwelt ausklammert. In den politischen Verhältnissen eskalieren die dualen Sichtweisen zu Freund-Feindspaltungen, welche extremistische Gewaltverhältnisse und Kriege zu Verwicklungen nach innen und außen induzieren. In all diesen Verhältnissen kehrt die Rache und die Rache für die Rache wieder, die G. W. F. Hegel bereits von der Vernunft in der Geschichte überwunden glaubte. 172 Seiten, broschiert (Königshausen & Neumann 2005)
Bestell-Nr.: 47723
ISBN-13: 9783826030611
ISBN-10: 3826030613
Erscheinungsjahr: 2005
ISBN-13: 9783826030611
ISBN-10: 3826030613
Erscheinungsjahr: 2005
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