Kriegführung im Mittelalter

Prietzel, Malte: Kriegführung im Mittelalter

Handlungen, Erinnerungen, Bedeutungen. Wie nahmen die Menschen im Mittelalter den Krieg wahr, wie richteten sie ihr Handeln ein, wie interpretierten sie den Kampf, wie verwanden sie seine Folgen? Zur Beantwortung dieser Fragen verknüpft der Autor in methodisch neuartiger Weise Ansätze der Kulturgeschichte mit denen der Erforschung von Ritualen und symbolischen Handlungen. Es erweist sich, dass das Kämpfen im Mittelalter nicht einfach eine praktische Tätigkeit war, die nach einem scheinbar feststehenden Maßstab in Hinsicht auf ihre Effizienz bewertet werden kann. Vielmehr unternahmen die Handelnden wie ihre Chronisten größte Anstrengungen, um das Geschehen gemäß den Maßstäben ihrer Kultur einzuordnen, zu werten und der Mit- und Nachwelt zu präsentieren. Bezeichnenderweise orientierten sich diese Kriterien im Mittelalter am sinnlich Erfahrbaren, an Ritualen und symbolischen Handlungen, nicht aber an abstrakten Denkkategorien wie strategischen Überlegungen oder Planungen. Die kulturell definierten Maßstäbe der Bewertung prägten Handeln und Denken der Zeitgenossen im Krieg derart tief, dass sie geradezu eine eigene Art von Rationalität konstituierten. 406 Seiten, gebunden (Krieg in der Geschichte; Band 32/Schöningh Verlag 2006) leichte Lagerspuren

Bestell-Nr.: 50523
Gewicht: 792 g
Sprache: Deutsch
Sachgebiet: Mittlere Geschichte
ISBN: 9783506756343
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