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Onetti, Juan Carlos
Lassen wir den Wind sprechen
Roman. Aus dem Spanischen von Anneliese Botond. In diesem hermetischen, gleichwohl brillanten, in jeder Zeile ansprechenden Spätwerk kehrt J. C. Onetti, der große alte Mann der uruguayischen Literatur, noch einmal zu seinem zentralen Thema zurück: dem scheinbar unausweichlichen Entweder-Oder unserer Existenz und dem, was für ihn, den radikalen Nonkonformisten, Mitte des Lebens und Möglichkeit der Transzendenz bedeutet. - Das Dorf Lavanda ("Name eines afrikanischen Stammes", wie Onetti sarkastisch vermerkt) verkörpert die moderne Großstadt mit ihrem Amoralismus, ihrer Lebensgier, ihren unterschwelligen Ängsten. Und in ihr die Schlüsselfigur: Frieda von Kniestein, reich, unabhängig, Lesbierin, die in einer knirschenden Idylle mit dem von ihr ausgehaltenen Medina und seinen Freundinnen eine Art perverses Matriarchat ausübt. Jenseits des Flusses, Lavanda gegenüber, liegt Santa María, die berühmte, von Onetti alias Brausen in einem früheren Roman erfundene Stadt, Ort einer noch in christlich-bürgerliche Traditionen eingebundenen Gesellschaft. Hier erfährt Medina, nun Polizeikommissar und aufgeklärter Partriarch, seine zweite Niederlage. Er gibt der Versuchung nach, Gott zu spielen, und kann doch, selbst um den Preis eines Mordes, seinen mutmaßlichen Sohn nicht retten. Dem Aufbau des Romans entsprechen die Stilebenen: die unruhig assoziierende, in Momentaufnahmen zerfallende Darstellung des Ich-Erzählers im ersten Teil, im zweiten die auktoriale, chronologische, nach Art einer Kriminalgeschichte ablaufende Erzählung. 292 Seiten, gebunden (Suhrkamp Verlag 1986) leichte Lagerspuren
Bestell-Nr.: 122719
ISBN-13: 9783518030936
ISBN-10: 3518030930
Erscheinungsjahr: 1986
ISBN-13: 9783518030936
ISBN-10: 3518030930
Erscheinungsjahr: 1986
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