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Trabant, Jürgen
Apeliotes oder Der Sinn der Sprache
Wilhelm von Humboldts Sprach-Bild. Der Apeliótes, Humboldts 'spiritus', ist trotz aller scheinbaren Präsenz Humboldts nicht der das moderne Sprachdenken durchwehende Geist, sondern eher ein Gespenst, das ruhelos an das Unabgegoltene moderner Sprachauffassung gemahnt. Denn, so könnte man in Abwandlung eines berühmten Satzes von Novalis sagen: Wo kein Geist ist, walten Gespenster. Die sprachphilosophisch, semiotisch und sprachwissenschaftlich unabgegoltenen Züge der Sprache - "Übereinstimmung", "Zeichen und Abbild", "Charakter" - stehen im Mittelpunkt des Buches, dessen Titel diese drei Züge zusammenfasst: "Übereinstimmung" ist der letzte 'Sinn der Sprache', ihr Zweck und die Richtung, die sie auch welthistorisch einschlagen soll. In Analogie zu Kants 'sensus communis' nimmt Humboldt einen 'sensus linguisticus' an, den 'Sprachsinn', der, zwischen Sinnlichkeit und Verstand vermittelnd, Sprache als "Abbild und Zeichen" hervorbringt und zugleich als Individuum, dessen "Charakter" die Sprachforschung erfassen soll. Damit ist der 'Sinn für die Sprache' angedeutet, den die Sprachwissenschaft haben sollte, wenn sie Sinn haben soll. Im ersten Kapitel wird die Genese des Humboldtschen Sprachdenkens nachgezeichnet, das die philosophische Problematik der Einbildungskraft zu lösen versucht, deren sprachrelevante Aspekte im zweiten Kapitel in historischer Perspektive umrissen werden. Das dritte Kapitel stellt Humboldts (Anti-)Semiotik der Sprache dar, die im vierten Kapitel als Emanzipation von der traditionellen Zeichen-Auffassung der (insbesondere wissenschaftlichen) Sprache verdeutlicht wird. Die Stellung Humboldts gegenüber der französischen sensualistischen Philosophie versucht am Thema der Kritik des 'arbitraire du signe' das fünfte Kapitel zu erhellen. Das Buch schließt mit der Darstellung des Humboldtschen sprachwissenschaftlichen Projekts. -- Aus dem Inhalt: 1. Vom Bild zur Sprache - 2. Einbildungskraft und Sprache von Eden nach Tegel - 3. Anti-Semiotik der Sprache - 4. Die Gewalttat des Verstandes: Die Sprache des Wissens - 5. Kritik der willkürlichen Vernunft: Condillac und Humboldt - 6. Sinn für die Sprache: Perspektiven einer humboldtschen Sprachwissenschaft. 226 Seiten, Leinen (Reihe Supplemente; Band 8/Wilhelm Fink Verlag 1986) Mängelexemplar
Bestell-Nr.: 133775
ISBN-13: 9783770523818
ISBN-10: 3770523814
Erscheinungsjahr: 1986
ISBN-13: 9783770523818
ISBN-10: 3770523814
Erscheinungsjahr: 1986
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