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Lubrich, Oliver
Shakespeares Selbstdekonstruktion
Wie 'dekonstruieren' sich Shakespeares Dramen immer wieder selbst, indem sie gleichzeitig widersprüchliche Bedeutungen erzeugen? Wie lassen sich diese Widersprüche analysieren? Wie sind sie theoretisch zu fassen? Und wie kann angesichts solcher Vieldeutigkeit der literaturwissenschaftliche Diskurs selbstkritisch überprüft werden? Shakespeares Dramen sind Musterbeispiele mehrfacher Lesbarkeit, Extremfälle von Polysemie. Systematisch lancieren sie gegensätzliche Deutungsangebote, fortwährend unterlaufen sie ihre eigenen Sinnkonstruktionen. Oliver Lubrich stellt Modellanalysen vor, anhand welcher sich die Strategien der Verzweideutigung als Figuren der Inversion beispielhaft beschreiben lassen: "Henry V" liefert eine affirmative und eine subversive Lesart derselben politischen Phänomene; "Romeo & Juliet" inszeniert die Feier und zugleich die Destruktion des Mythos der wahren Liebe; "The Merchant of Venice" verbindet auf komplexe Weise antisemitische Motive mit deren analytischer Entlarvung. Diverse literaturwissenschaftliche Ansätze (Strukturalismus, Deconstruction, New Mistoricism etc.) werden auf ihre praktische Anwendbarkeit bei der Lektüre der Texte befragt und im Hinblick auf die strukturelle Unfestlegbarkeit der Shakespeareschen Dramen perspektiviert. Die Studie mündet in eine kritische Reflexion der Geltungsansprüche, Techniken und metaphorischen Terminologien prominenter literaturwissenschaftlicher Methoden wie auch der eigenen wissenschaftlichen Arbeit. Thematische Studien zu Politik, Liebe und Antisemitismus (Adorno/Horkheimer, Luhmann, Girard, Gilman, Goffman u.a.) werden herangezogen, konkrete Umsetzungen in Theater und Film berücksichtigt. Der Band ist konzipiert als Einführung in Shakespeare sowie in literaturwissenschaftliche Theorien und Arbeitsweisen. -- Die Untersuchung gliedert sich in fünf Kapitel: 1. Die Frage nach Affirmation und Subversion; - 2. »[T]he mirror of all Christian kings«. Prä-Text und Sub-Text der Politik ("Henry V"); - 3. »You kiss by th'book«. Die Dekonstruktion des Mythos der 'wahren Liebe' ("Romeo and Juliet"); - 4. »But since I am a dog...«. Antisemitismus und Stigmabewältigung ("The Merchant of Venice"); - 5. Die Techniken und Metaphern der Selbstdekonstruktion. - 202 Seiten, broschiert (Königshausen & Neumann 2001)Bestell-Nr.: 16306
ISBN-13: 9783826020933
ISBN-10: 3826020936
Erscheinungsjahr: 2001
ISBN-13: 9783826020933
ISBN-10: 3826020936
Erscheinungsjahr: 2001
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