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Buchcover Weltanschauung als Erzählkultur

Kirsch, Anja
Weltanschauung als Erzählkultur

Zur Konstruktion von Religion und Sozialismus in Staatsbürgerkundeschulbüchern der DDR.

Weltanschauungen besaßen in der Erziehung des idealen sozialistischen Staatsbürgers einen zentralen Stellenwert. Der Religion kam als 'falscher' Weltanschauung eine wichtige Funktion für den Entwurf der 'richtigen' Weltanschauung des Marxismus-Leninismus zu. Die neue Weltanschauung wurde allerdings nicht ausschließlich in Unterscheidung zu ihrem Gegenmodell formuliert. Vielmehr war der Marxismus-Leninismus in eine umfassende Erzählkultur eingebettet. Erlebbarkeit und Wirksamkeit des Sozialismus sollten über Geschichten bezeugt werden, die zu religiösen Erzählungen in Konkurrenz traten. Anja Kirsch zeigt in ihrer Arbeit auf, inwiefern Fiktionalisierungsmomente die Plotstruktur lieferten, nach dem die Weltanschauung des Marxismus-Leninismus in den Lehrbüchern präsentiert und narrativ plausibilisiert wurde. - Anja Kirsch untersucht das Verhältnis von Religion und Sozialismus in Staatsbürgerkundebüchern der DDR. Besondere Bedeutung erhält dabei die Frage nach der Rolle von Erzählungen für die Konstruktion einer sozialistischen Erinnerungskultur: Welche Geschichten wurden in den Lehrbüchern einer sich als nicht religiös verstehenden Moral und Ethik erzählt, um diese zu begründen und zu illustrieren? Das Schulbuch spiegelt sowohl das offiziell genehmigte Wissen über Weltanschauung als auch die Strategien, mit denen der Sozialismus grundlegend als Weltanschauung entworfen werden sollte. Die Umsetzung dieses Anliegens wird in zwei Schritten nachvollzogen: Was wurde als sozialistische Weltanschauung präsentiert (Inhalt)? Wie wurde es präsentiert (Form)? Wie die Untersuchung der Form aufzeigt, sollte die 'Wirksamkeit' des Sozialismus über Arbeiterheldengeschichten, die Schilderung selbstlosen Handelns einfacher Bürger zum Wohl des Sozialismus oder Geschichten von lebenslangen Freundschaften belegt werden. Literarischen Texteinschüben kam eine Sonderrolle zu. Sie sollten zeigen, dass Sozialismus einen eigenen Wert bildet, der auf den Menschen zurückwirkt. Literatur wurde zur Wirklichkeitsaussage, die die Erfahrungs-, Erinnerungs- und Redehoheit über den Sozialismus erhielt. Die sozialistische Erinnerungskultur war als Erzählkultur gestaltet, in der die persönliche Erlebbarkeit und Wirksamkeit des Sozialismus über Geschichten und damit über fiktionale Textstrukturen bezeugt werden sollte. Dass diese Strukturen bisweilen als religiös interpretiert wurden, zeigt die wissenschaftliche Debatte über Sozialismus als Religion. Die Untersuchung bezieht hier klar Stellung: Aus religionswissenschaftlicher Perspektive stellt sich die Frage, ob Sozialismus 'tatsächlich' eine Religion sei, so nicht. Narrative Muster wie jenes der erlebnisbasierten charakterlichen Wandlung sagen zunächst nichts über Inhalte aus. Ihre Struktur ist nicht per se religiös, sondern narrativ: Sie laden den Leser zur Bedeutungsgebung ein. 438 Seiten mit 30 Abb. und 11 Tab., gebunden (CSRRW - Critical Studies in Religion/Religionswissenschaft; Band 2/Vandenhoeck & Ruprecht 2016) leichte Lagerspuren, Rückenkanten minimal bestoßen
statt 225,00 €
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SBZ/DDR-Forschung Bildungsgeschichte Religionswissenschaften Religionssoziologie Textlinguistik

Bestell-Nr.: 175175
ISBN-13: 9783525540497
ISBN-10: 3525540493
Erscheinungsjahr: 2016
Bindungsart: gebunden
Umfang: 438 Seiten mit 30 Abb. und 11 Tab.
Gewicht: 866 g
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Reihe: CSRRW - Critical Studies in Religion/Religionswissenschaft
Autor*in: Anja Kirsch
Sprache: Deutsch
Zustand: Wie neu, leichte Lagerspuren, Rückenkanten minimal bestoßen
* Gilt für Lieferungen nach Deutschland. Lieferzeiten für alle anderen Länder finden Sie hier.
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