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Neu im AngebotRawls, John
Über Sünde, Glaube und Religion
Hrsg. von Thomas Nagel. Mit Kommentaren von Joshua Cohen, Thomas Nagel und Robert Merrihew Adams. Mit einem Nachwort von Jürgen Habermas. Aus dem Amerikanischen von Sebastian Schwark. John Rawls hat sich in keinem seiner publizierten Werke systematisch mit Fragen der Religion auseinandergesetzt und auch darüber, wie er es persönlich mit dem Glauben hält, stets Diskretion bewahrt. Dieser Band macht indes zwei erst nach Rawls' Tod entdeckte Texte zur Frage religiöser Überzeugungen zugänglich: seine 'Senior Thesis' "Eine kurze Untersuchung über die Bedeutung von Sünde und Glaube", 1942 eingereicht an der Philosophischen Fakultät der Universität Princeton, sowie ein kurzer, sehr persönlicher Text aus den neunziger Jahren, "Über meine Religion" (1997). Beide Texte werden in diesem Band mit Blick auf ihre Bedeutung und Implikationen ausführlich kommentiert. Die frühe Arbeit zeigt einen brillanten Studenten mit enormer Kenntnis sowohl der philosophischen als auch der theologischen Tradition, der sich dem klassischen Versuch widmet, religiöse Überzeugungen als nicht verhandelbare Bestandteile einer echten menschlichen Gemeinschaft zu verteidigen. Politik, Ethik und Theologie, so die zentrale These, haben ein gemeinsames Ziel: mit der Sünde - dem Bösen - in der Welt fertig zu werden. Der fast 50 Jahre später entstandene Text, der in Rawls' Computer gefunden wurde, ist von ganz anderer Art. Hier gewährt uns der Vordenker des politischen Liberalismus einen Einblick in seine Biographie und schildert auf eindringliche Weise, wie er als Soldat im Zweiten Weltkrieg den Glauben seiner Jugend verlor - einen Glauben, der ihn sogar zeitweise mit dem Gedanken spielen ließ, Priester zu werden. Rawls war, wie sich jetzt herausstellt, nie Atheist, aber er schließt diese bewegende Selbstauskunft über »seine Religion« mit der Überzeugung, daß ein Nontheismus nichts sei, vor dem man sich in politischer Hinsicht fürchten müsse: »Der Nontheismus ist vereinbar mit dem religiösen Glauben; und sogar der Atheismus muß toleriert werden, denn in Religionen sind Überzeugungen nicht strafbar; strafbar können nur Taten sein.« - "Eine kleine Sensation - nicht nur für Rawlsianer, die die Entwicklung des Rawls'schen Denkgebäudes verfolgen, sondern für all diejenigen, die sich für die Begründung einer weltlichen Gesellschaft interessieren, die das friedliche Zusammenleben von Menschen mit unterschiedlichen religiösen Überzeugungen ermöglicht" (Marius Meller, Deutschlandfunk Kultur). 343 Seiten, gebunden (Suhrkamp Verlag 2010)
Bestell-Nr.: 101914
ISBN-13: 9783518585450
ISBN-10: 3518585452
Erscheinungsjahr: 2010
ISBN-13: 9783518585450
ISBN-10: 3518585452
Erscheinungsjahr: 2010
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