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Pührer, Klaus
Datierung nach Sonnenfinsternissen und ihre Sinnhaftigkeit für das Mittelalter am Beispiel österreichischer Annalen
Finsternisse sind beeindruckende Naturereignisse, dies macht sich die Datierung nach Sonnenfinsternissen zunutze. Im Unterschied zu rein physikalischen oder chemischen Datierungsmethoden, die auf archäologische Funde angewiesen sind, stützt sich diese Datierungsform auf Textpassagen. Klaus Pührer zeigt anhand 16 ausgewählter Sonnenfinsternisse, die im Gebiet des heutigen Österreichs im Mittelalter auftraten, wie Sonnenfinsterniserwähnungen aus den Annalen der Klöster interpretiert werden können. Es spielen hier aus astronomischer Sicht das Delta t Problem und die komplexe Mondbewegung eine Rolle, aus historischer Sicht sind es unter anderem die Abhängigkeit der Annalen untereinander oder der Interpretationsspielraum bei den Übersetzungen aus dem Mittellateinischen. Zentral sucht Pührer, die Frage zu beantworten, ob sich mithilfe von Sonnenfinsternissen historische Quellen und Ereignisse datieren lassen. Zunächst vermittelt der Band die fundamentalen Prinzipien von Sonnenfinsternissen. Phänomene, Zeitfenster, Probleme der Himmelsmechanik, Finsternisgebiete und physikalische Modelle zur Berechnung der Sonnenfinsternisse werden u. a. in Kapitel 1 erklärt. Der Kalender ist ein wesentliches Element in der Chronologie und so stellt das Kapitel 2 einen Abriss seiner Entwicklung dar, beginnend beim vorjulianischen Kalender. Die Daten der Finsternisse in diesem Buch beziehen sich auf den julianischen Kalender. Den Abschluss bildet der Inhalt der gregorianischen Kalenderreform. Kapitel 3 und 4 zeigen, wie mit Hilfe von ebener bzw. sphärischer Geometrie die Berechnung einer Sonnenfinsternis im Mittelalter möglich war, aber auch, wie komplex die an Tafeln (Tabellen) gebundene Berechnung ist. Die Finsternis vom 14. Mai 1333 n. Chr. dient als Beispiel. Sie ist eine der wenigen Sonnenfinsternisse, von der eine vollständige Berechnung vorliegt. Eine umfangreiche Einführung in das Kapitel 5 bietet neben der Erklärung der Struktur des Kapitels Erläuterungen zu anderen Datierungsmethoden und zum Forschungsstand. Gegliedert sind die 16 Finsternisbeispiele jeweils in einen astronomischen Teil mit mehreren Graphiken und Tabellen, einen historischen Teil mit Textpassagen, Zeitschiene und Biographien, sowie eine Interpretation, in der chronologisch Relevantes für die Datierung im Mittelpunkt steht. Erkenntnisse aus den Finsternissen des Früh-, Hoch- und Spätmittelalters münden in das Kapitel 6, dort werden auch Verformungstendenzen in der Überlieferung von Sonnenfinsternissen und "Prodigienfinsternisse", Finsternisse mit Vorzeichencharakter, besprochen. Basierend auf den daraus folgenden Verallgemeinerungen wird versucht die Frage der Sinnhaftigkeit dieser Datierungsmethode zu beantworten. 629 Seiten mit 242 meist farbigen Abb. und 251 Tab., gebunden (Solivagus-Verlag 2022) leichte LagerspurenBestell-Nr.: 129703
ISBN-13: 9783943025378
ISBN-10: 3943025373
Erscheinungsjahr: 2022
ISBN-13: 9783943025378
ISBN-10: 3943025373
Erscheinungsjahr: 2022
Bindungsart: gebunden
Umfang: 629 Seiten mit 242 meist farbigen Abb. und 251 Tab.
Gewicht: 1,47 kg
Verlag: Solivagus-Verlag
Umfang: 629 Seiten mit 242 meist farbigen Abb. und 251 Tab.
Gewicht: 1,47 kg
Verlag: Solivagus-Verlag
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