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Neu im AngebotSeul, Jürgen
Die Akte Rudolf Lebius
Auf den Spuren eines Skandaljournalisten zwischen Kaiserzeit und Drittem Reich. Eine Biografie. Mit einem Vorwort von Albrecht Götz. Jürgen Seul geht den Spuren eines der merkwürdigsten Figuren und seltsamsten Charakteren in der Geschichte des ausgehenden 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts nach und versucht das Bild eines äußerst launischen, empfindlichen und im Grunde amoralischen Menschen zu skizzieren, der mit vielen Protagonisten der Zeitgeschichte (u.a. auch Theodor Heuss, Arthur Schnitzler) stritt und aus diesen Zusammenstößen die Motivation für seine journalistischen und politischen Agitationen gewann. Der Journalist Rudolf Lebius (1868-1946) war ein Erzfeind Karl Mays, mit dem er sich Dutzende von Zivil- und Strafprozessen lieferte; er rief mehrfach zur Ermordung Albert Einsteins auf, den er als Landesverräter betrachtete; er wollte französische Besatzungssoldaten mit Pest- und Cholerakeimen vergiften lassen und er übte massive Kritik an den Machthabern des NS-Regimes, was ihn 1937 hinter Gitter brachte. Das wechselvolle Leben des im ostpreußischen Tilsit geborenen Lebius bot zahlreiche Skandale und Streitigkeiten vor diversen Gerichten, im Reichstag und in der Presse. Der ursprüngliche Sozialdemokrat galt auch als ideologischer Importeur der "gelben" Streikbrecherbewegung nach Deutschland, als deren maßgeblicher Kopf er in Berlin für Wilhelm von Siemens und andere deutsche Großindustrielle agierte. Zunehmend entwickelte sich Lebius in "geistiger Verwandtschaft" mit Hitler zum nationalistischen Hetzer, Antisemiten und Rassisten. Zur Fußnote seiner Lebensgeschichte gehört ferner die erfolglose Tätigkeit als Vorsitzender einer rechtsradikalen Partei. Seul entfaltet im historisch-politischen Kontext eine Vita, die sich in dem permanent aggressiven, politisch auf der radikalen Rechten sich etablierenden Protagonisten zwischen ideologischem Gleichklang, opportunistisch-ökonomischer Anbiederung und zwanghafter soziopathischer Disposition verwirklicht. Die Biografie einer sehr eigentümlichen Persönlichkeit, bei der das hasserfüllte Agieren nach außen mit einem späten Hang zur okkultistischen Esoterik und mit seiner harmonischen Ehe kontrastieren, erschließt vor dem Hintergrund der Wilhelminischen Epoche, der Weimarer Zeit und schließlich des Nationalsozialismus eine filigran und farbig erzählte Lebensgeschichte mit all ihren pathologischen Zügen, deren Auswirkungen sich gegen wechselnde, mit unbändigem Hass penetrant verfolgten Gegner richtete. Zugleich findet auch eine Aufarbeitung der vielfachen Rechtsbeugung und Willkür der deutschen Justiz statt. Die Biografie wendet sich nicht nur an Juristen und Soziologen, sondern an alle an deutscher Zeit-, Kultur- und Rechtsgeschichte interessierten Leser. 409 Seiten mit 95 Abb., gebunden (Karl-May-Verlag 2019)
Bestell-Nr.: 134185
ISBN-13: 9783780205650
ISBN-10: 3780205653
Erscheinungsjahr: 2019
ISBN-13: 9783780205650
ISBN-10: 3780205653
Erscheinungsjahr: 2019
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