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Neu im AngebotBán, Zsófia
Der Sommer unsres Missvergnügens
Essays. Aus dem Ungarischen von Terézia Mora. Mit einem Nachwort von Daniela Strigl. Zehn profunde Essays über die Lasten der unverarbeiteten Geschichte und die Zumutungen der europäischen Gegenwart - und zugleich eine scharfsinnige und inspirierende Auseinandersetzung mit der Darstellungsmacht von Kunst und Literatur. - »Vielleicht ist es ja doch nicht ganz so sicher, dass man über das, worüber man nicht reden kann, schweigen sollte.« Zsófia Bán, die sich als Autorin subtiler, von Empathie und Formwillen durchdrungener Prosa einen Namen gemacht hat, beschreitet in ihren Essays viele Wege, um sich eine einzige Frage zu beantworten: Wie umgehen mit Verlusten, die nicht aufzuarbeiten sind? Mit dem Mangel an Wissen, mit dem Verleugneten und Verschwiegenen? Eine Reise führt sie nach Terezín, die Kleinstadt in Tschechien, von Menschen bewohnt und dennoch mit »greifbarer, tastbarer, gespenstischer Leere gefüllt«. Sie weiß, dass ihre Mutter dort war und das KZ überlebt hat. Warum überfällt sie im Museum dennoch die Angst, ihr auf einem Bild zu begegnen? Weil Fotos etwas zeigen, was wir nicht wissen, nur erahnen können? Es ist dieses Verhältnis von Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit, es sind die Leerstellen, die »Orte des Mangels«, die unüberschaubaren Wissenslücken und die von ihnen verursachte Melancholie, denen Zsófia Bán in ihren Lektüren von Sebald, Nádas und Kertész, in Auseinandersetzung mit Filmen und theoretischen Entwürfen auf die Spur kommen will. Inspirierte Leserin und unerbittliche Kritikerin der ungarischen Verhältnisse, findet sie einen Ausweg in der »negativen Befähigung«: einer Haltung, die es erlaubt, im Zustand der Unsicherheiten und Zweifel die Vitalität des Widerstands und des self empowerment zu finden. - Aus dem Inhalt: Rouge et Noir (Umzug und Abschied). - Der Sommer unsres Missvergnügens. Die negative Befähigung als Ausweg. - Der Turulvogel und der Dinosaurier ('fabulamento'). - Fieber im August - "Endlich einmal!" ('spektakuläres Schauspiel aus heutigen Zeiten'). - Negative des Mangels. Familienfotos in der privaten und der kollektiven Erinnerung. - Die Melancholie der Anatomie. Wort-Bild und Blick in den Parallelgeschichten von Péter Nádas. - "Veverka" oder Die Finessen der Erinnerung. Über W. G. Sebalds Romane "Die Ausgewanderten" und "Austerlitz". - Der gelbe Stern als Accessoire. Ironische Rede in Imre Kertész' "Roman eines Schicksallosen". - Ut scriptura hortus. Gartenbau als Narrativ in den "Wahlverwandtschaften". - Der rückeroberte Körper. Bilder aus dem Zentrum des Schreckens. 256 Seiten mit 33 Abb., broschiert (Spurensicherung; Band 31/Matthes & Seitz Berlin 2019) leichte Lagerspuren
Bestell-Nr.: 135475
ISBN-13: 9783957577207
ISBN-10: 3957577209
Erscheinungsjahr: 2019
ISBN-13: 9783957577207
ISBN-10: 3957577209
Erscheinungsjahr: 2019
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