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Hesse, Sandra
Das janusköpfige Ich
Jean Paul, Fichte und die Frühromantik. Jean Pauls Verhältnis zu Fichte und der Frühromantik erfährt in vorliegender Studie eine umfassende Neubetrachtung. Erstmals wird der genaue Standort bestimmt, den Jean Paul innerhalb der philosophisch-literarischen Konstellation einnimmt, deren berühmtestes Zeugnis Fichtes Jenaer "Wissenschaftslehre" ist. In kritischer Auseinandersetzung mit jener Grundfigur von Subjektivität, die Fichte beschreibt, entwickelt Jean Paul mit dem 'janusköpfigen Ich' ein schlüssiges Selbstbewusstseinstheorem, das seine poetische Praxis philosophisch begründet. Zugleich erklärt es die Ambivalenz, die sein Verhältnis zur Frühromantik prägt. Im "Titan" findet all dies dichterisch seinen deutlichsten Niederschlag. Das fabulierende Subjekt tritt hier in einer für das Werk Jean Pauls exzeptionellen Weise hinter das fabulierte Geschehen zurück. Dies erlaubt eine textnahe, kausal(psycho)logische Interpretation, die nachzeichnet, wie Jean Paul mit den Romanfiguren Schoppe und Roquairol seine Fichte- und Frühromantikkritik vertieft, indem er die Problematik einer philosophischen und poetischen Selbstermächtigung des Ich literarisch in Szene setzt. -- Der erste Teil widmet sich der Selbstbewusstseinstheorie, die Jean Paul im Zuge seiner kritischen Auseinandersetzung mit Fichtes Wissenschaftslehre entwickelt. Nach einer Skizze des philosophiegeschichtlichen Horizontes, aus dem das Denken Fichtes erwächst, wird gestützt auf die Ergebnisse der neueren Fichte-Forschung eine sorgfältige Darstellung sowohl der frühen als auch der späten Wissenschaftslehre geboten, die es erlaubt, die philosophische Leistung der jeanpaulschen Fichte-Rezeption adäquat einzuschätzen. Die Janusköpfigkeit des Ich, die Jean Paul, die Schwachstelle der Jenaer Wissenschaftslehre punktgenau erfassend, im Zuge seiner Fichte-Rezeption herleitet, ist für sein Werk von weitreichender Bedeutung. Das Philosophem des janusköpfigen Ich liegt nicht nur der Bildungskonzeption seiner 'Levana' zugrunde, sie fundiert auch das ästhetische Programm seiner 'Vorschule', erklärt die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen ihm und der Frühromantik und bildet das philosophische Prinzip seiner poetischen Praxis. Der zweite Teil zeichnet diesen Zusammenhang von Philosophie, Poetologie und Dichtung bei Jean Paul nach. Während in ersten Teil auf der Basis einer Vielzahl von Werkpassagen Jean Pauls immanent verfahrende Fichte-Kritik und seine sich daraus ergebende Selbstbewusstseinskonzeption im Zentrum stehen, interpretiert der zweite Teil mit der 'Clavis Fichtiana' eine Einzelschrift. In den Vordergrund tritt hierbei die extern verfahrende Fichte-Kritik Jean Pauls, die sich im Zuge ihrer Ausweitung zur Epochenkritik mit einer poetologischen Reflexion verbindet, innerhalb derer Jean Paul seine Vorbehalte gegenüber dem dichterischen Fichteanismus der Frühromantik mit einer Kritik am eigenen Werk verwebt. Die Verschränkung von Fremd- und Selbstkritik, die in der 'Clavis Fichtiana' somit indirekt seine Auseinandersetzung mit der Wissenschaftslehre prägt, stellt sich dabei weitaus diffiziler dar, als sie bisher gefasst wurde. Der dritte Teil arbeitet heraus, wie im 'Titan' poetisch wirksam wird, was Jean Paul als Gegenentwurf zu Fichte konzipiert: die Janusköpfigkeit des Ich. 329 Seiten, gebunden (Beiträge zur neueren Literaturgeschichte; Band 271/Universitätsverlag Winter 2010)
Bestell-Nr.: 14926
ISBN-13: 9783825357023
ISBN-10: 3825357023
Erscheinungsjahr: 2010
ISBN-13: 9783825357023
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