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Neumann, Annja
Durchkreuzte Zeit
Zur ästhetischen Temporalität der späten Gedichte von Nelly Sachs und Paul Celan. Gedichte sind etwas Zeitliches. Trotz allem gehören sie nicht der Linearität der Zeit an. Sie sind vielmehr in ihrer Sprachlichkeit zeitgebunden, was sich im Gedicht in der Form eines poetischen Prozesses ausspricht. Nelly Sachs' und Paul Celans Gedichte bringen nicht nur ihre eigene Zeitlichkeit hervor, sondern kommunizieren auch ihren Ereignischarakter. In ihren Texten, in denen das Bedeutete nur anhand des dichtenden Ereignisses ausgesprochen werden kann, erhält Zeitlichkeit semantische Relevanz. Die Arbeit zeigt, dass ein systematisch entwickelter Zeitbegriff, mit Kategorien wie Werden und Vergehen, lyrischen Texten äußerlich bleibt. So eröffnet die Untersuchung der ästhetischen Temporalität einen neuen Zugang zu Sachs' und Celans Gedichten, indem sie die Verlaufsform der Rede im Hinblick auf die Prozessualität des Gedichtfortgangs entwickelt. Die Arbeit erschließt den Prozessbegriff für die Textpoetik, liefert neue Erkenntnis zur Poetik Sachs' und Celans, diskutiert gattungstheoretische Fragen zur Lyrik und erprobt das prozessuale Interpretationsverfahren an ausgewählten Gedichten beider Autoren, die in ihrer Singularität im Zentrum der Arbeit stehen. Erst in der Verlaufsform der Gedichte, so die These, kann Wesen und Sinn des poetischen Sprechens begreifbar werden. Dabei kommt die zeitliche Verfasstheit der Gedichte im Gedichtgeschehen nicht unmittelbar zum Ausdruck, sondern nimmt erst im Bewegungsgang der Sprache indirekt Gestalt an. Damit ist auch der auffällige Befund angesprochen, dass sowohl die Gedichte aus den zwischen 1962 und 1966 entstandenen Gedichtzyklen "Glühende Rätsel I-IV" von Sachs als auch aus dem 1967 erschienenen Gedichtband "Atemwende" von Celan in gesteigertem Maß ihren Sinn nicht im material Ausgesprochenen lesbar werden lassen, sondern dieser erst durch die besondere Art der Bezogenheit, anhand der Sprechbewegung der poetischen Texte, begriffen werden kann. Darin liegt begründet, dass die Untersuchung, die die ästhetische Zeitlichkeit der späten Gedichte von Nelly Sachs und Paul Celan zum Thema hat, zuallererst den Ereignischarakter des poetischen Sprechens untersucht und diesen mit der Art und Weise, wie Zeit in den Gedichten behandelt, dargestellt und thematisiert wird, in ein Verhältnis setzt. 348 Seiten, gebunden (Beiträge zur neueren Literaturgeschichte. [Dritte Folge]; Band 318/Universitätsverlag Winter 2013)
Bestell-Nr.: 14977
ISBN-13: 9783825362256
ISBN-10: 3825362256
Erscheinungsjahr: 2013
ISBN-13: 9783825362256
ISBN-10: 3825362256
Erscheinungsjahr: 2013
Reihe: Beiträge zur neueren Literaturgeschichte. Dritte Folge
Autor*in: Annja Neumann
Sprache: Deutsch
Zustand: Neu
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Sprache: Deutsch
Zustand: Neu
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