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Boetticher, Dirk von
Meine Werke sind lauter Diagnosen
Über die ärztliche Dimension im Werk Arthur Schnitzlers. Mit Blick auf das umfangreiche Tagebuchmaterial beleuchtet die Studie die Bedeutung von Selbstkritik und Katharsis für Schnitzlers Konzept literarischer Naturforschung und gesellschaftskritischer 'Diagnostik'. - Arthur Schnitzlers Selbstverständnis, ärztlicher Naturforscher zu sein, der 'Diagnosen' stellt und dessen ärztliche Fähigkeiten sich paradoxerweise gerade in seiner literarischen Praxis entwickelt hätten, wird im medizin- und literarhistorischen Kontext seiner Zeit interpretiert. Schnitzler verstand sich dabei als einen Naturforscher der Seele, der den eigenen, naturwissenschaftlich geprägten Standort nicht absolut setzte und in seinem Werk vielfach transzendierte. Medium seiner psychologischen Naturforschung war in erster Linie die Dichtung, der er eine entscheidende Erkenntnisfunktion zuwies, indem er es gerade als ihre Aufgabe bezeichnete, zwischen Bewusstem, Halbbewusstem und Unbewusstem zu differenzieren. Dichtung als Ort der Selbsterkenntnis war für ihn zugleich Ort der Kritik pathogener Verantwortungsflucht; einer Kritik, die auch der Psychoanalyse galt, wo sie die Macht des Unbewussten überschätzte. Besondere Beachtung findet das in der Forschung bisher vernachlässigte Verhältnis Schnitzlers zu Goethe. Dieser war für Schnitzler von paradigmatischer Bedeutung. Im Blick auf ihn wird dabei eine mögliche Einheit von Wissenschaft und Kunst, bzw. das Konzept einer literarischen Naturforschung, deutlicher. Das Bemerkenswerte an Schnitzlers Diagnostik hierbei ist, dass sie einer Selbstkritik entspringt, als deren vorzüglichste Medien sein Tagebuch und literarisches Werk erscheinen. Es kann gezeigt werden, dass Schnitzlers treffende Gesellschaftskritik ihr Fundament in seiner genauen Selbstkritik hat. Diese erscheint zugleich als Bedingung seiner außergewöhnlichen Empathie. Schnitzlers Diagnosen dienten dabei als ärztliche Diagnosen keinem theoretischen Selbstzweck, sondern einer therapeutischen Korrektur. Wie für Freud war auch für Schnitzler Unwahrheit pathogen und waren hier Kognition und Emotion nicht zu trennen. Die Schnitzlersche Heilkraft der Literatur besteht in ihrer zur Wahrnehmung der Wirklichkeit innerhalb und außerhalb seiner selbst nötigenden 'Lebensstrenge' (Th. Mann). - 248 Seiten, broschiert (Beiträge zur neueren Literaturgeschichte. [Dritte Folge]; Band 165/Universitätsverlag Winter 1999) leichte Lagerspuren
Bestell-Nr.: 67931
ISBN-13: 9783825308612
ISBN-10: 3825308618
Erscheinungsjahr: 1999
ISBN-13: 9783825308612
ISBN-10: 3825308618
Erscheinungsjahr: 1999
Reihe: Beiträge zur neueren Literaturgeschichte. Dritte Folge
Autor*in: Dirk von Boetticher
Sprache: Deutsch
Zustand: Wie neu, leichte Lagerspuren
Autor*in: Dirk von Boetticher
Sprache: Deutsch
Zustand: Wie neu, leichte Lagerspuren
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