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Neu im AngebotKahlcke, Thomas
Lebensgeschichte als Körpergeschichte
Studien zum Bildungsroman im 18. Jahrhundert. Der Körper - das ist zunächst einmal ein Wunschpotential, ein Strom von Begehren. Die Zeichen - das sind all die Prinzipien und Ordnungen, die der unmittelbaren Entfaltung dieser Wünsche entgegenstehen. Und Sozialisation ist der schmerzhafte Versuch, das eine mit dem anderen zu vermitteln. Indem Bildungsromane und ihre Gattungsvorläufer im 18. Jahrhundert Lebensgeschichten auch als Körpergeschichten erzählen, problematisieren sie nicht nur das Verhältnis von Körper und Zeichen, sie entwickeln auch Strategien, wie beide Seiten anzunähern oder sogar zu versöhnen seien. Mit Seitenblicken auf die zeitgenössischen Diskurse über den Körper können den Romanen Verfahren abgelesen werden, wie sie die Konfrontation von Körper und Zeichen thematisieren, die resultierenden Konflikte austragen und schließlich zu einer Lösung gelangen, mit welchen Argumenten und Darstellungsmitteln sie diese Konfliktlösungen herbeiführen und legitimieren. Die Studie sieht das Verhältnis von 'Unreinheit' und 'Reinigungsprozeß' aus einer psychoanalytischen und zugleich einer historischen Perspektive. Es geht einerseits darum, die Sozialisationsprozesse, die die zu untersuchenden Romane (von Christian Fürchtegott Gellert, Christoph Martin Wieland und Johann Wolfgang Goethe) erzählend entfalten, vom individuellen Erlebnis des Sozial-Werdens mit seinen Verlusten und Gewinnen zu rekonstruieren und zu zeigen, mit welchen Argumentationsweisen die Texte zu ihren je Ergebnissen gelangen. Den theoretischen Horizont bildet dabei das Spannungsverhältnis von Körperwünschen und Zeichenordnung, wie es Jacques Lacan in Weiterentwicklung Freudscher Theoreme auf einen existentiellen Dualismus zurückgeführt hat. Andererseits sollen die literarischen Argumentationsketten und Darstellungsweisen in ihrem jeweiligen historischen Kontext verortet werden; den Verständnisrahmen bildet dabei die Verbürgerlichung der Familie im 18. Jahrhundert mit ihren Folgen für die Sozialisationsbedingungen des Subjekts ebenso wie die Ausarbeitung einer spezifisch bürgerlichen Zeichen- und Kommunikationsbasis, die sich im selben Zeitraum vollzog. 359 Seiten, broschiert (Epistemata. Reihe Literaturwissenschaft; Band 202/Königshausen & Neumann 1997) leichte Lagerspuren
Bestell-Nr.: 134801
ISBN-13: 9783826012891
ISBN-10: 3826012895
Erscheinungsjahr: 1997
ISBN-13: 9783826012891
ISBN-10: 3826012895
Erscheinungsjahr: 1997
Reihe: Epistemata. Reihe Literaturwissenschaft
Autor*in: Thomas Kahlcke
Sprache: Deutsch
Zustand: Wie neu, leichte Lagerspuren
Autor*in: Thomas Kahlcke
Sprache: Deutsch
Zustand: Wie neu, leichte Lagerspuren
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