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Diderots "Jacques le fataliste et son maître" und der europäische Roman

Transformationen und Potentiale der Gattung. Hrsg. von Caroline Mannweiler und Olaf Müller.

"Jacques le fataliste", einer der einflussreichsten Romane des 18. Jahrhunderts, stellt selbst eine Auseinandersetzung mit Produktions- und Rezeptionsprozess der Gattung "Roman" dar, was 13 Einzelstudien an Beispielen der europäischen und lateinamerikanischen Literatur detailliert beleuchten. - Zu den bis heute weltweit einflussreichsten Romanen des 18. Jahrhunderts gehört Denis Diderots 'Jacques le fataliste et son maître', den der Autor zu Lebzeiten nur einem exklusiven Leserkreis vorbehielt und der erst nach seinem Tod in Buchform erschien. Der Roman, selbst schon eine Reaktion auf und praktische Reflexion über diverse Spielarten der Romangattung von der Antike bis in seine damalige Gegenwart, erfährt von Schiller und Goethe über Puskin, Machado de Assis und Brecht zu Kundera, Henri Lopes, Cécile Avouac oder Sophie Divry bis in die heutige Gegenwartsliteratur immer wieder produktive Fortschreibungen. Wie die vielen Binnenerzählungen in 'Jacques le fataliste et son maître' beweisen, war Diderot durchaus in der Lage, Geschichten zu erzählen. Begnügen wollte er sich damit jedoch nicht. Stattdessen liefert sein Roman einen Reichtum an Auseinandersetzungen mit dem Produktions- und Rezeptionsprozess von Romanen, der im vorliegenden Band in historisch überzeugenden Einzelstudien an Beispielen der europäischen und lateinamerikanischen Literatur detailliert exponiert wird. Wertvoll war und ist Diderots Roman besonders für Autor*innen, die in romantheoretischen Überlegungen kein leeres Spiel, sondern ein Fundament des Romanschreibens erkennen. - Aus dem Inhalt: Colas Duflo: "Jacques le fataliste", der Antiroman, dessen Held Du bist. - Frank Estelmann: Diderots "Jacques le fataliste" und die Potentialisierung pikaresken Erzählens aus zweiter Hand. - Robert Fajen: Drei Variationen über die Freiheit des Erzählens (Sterne - Diderot - Gritti). - Henning Hufnagel: Merkwürdiges Beispiel einer Textverschlingung. Libertinage als Erzählstrategie in Diderots "Jacques le fataliste". Mit einem Umweg über Crebillons Sopha und Diderots Übersetzer. - Christine Waldschmidt: Vom narrativen Rätsel zur rätselhaften Psyche. Exemplarisches Erzählen bei Diderot und in Schillers "Merkwürdiges Beispiel einer weiblichen Rache". - Caroline Mannweiler: "nur eine - Arabeske"? Diderots "Jacques le fataliste" im Kontext der Romantheorie Friedrich Schlegels. - Charlotte Kranss: "Le Fils naturel" und "Jacques le fataliste". Diderots Experimente auf der Gattungsgrenze und ihr Echo im Lesedrama des frühen 19. Jahrhunderts. - Alfred Gall: Metafiktionalität und Bedeutungsgenese. Kommunikationstheoretische Anmerkungen zu Diderot, Puškin und Slowacki. - Hans Paschen: "Es gibt Dinge, die man am besten sagt, indem man von ihnen schweigt". Herausforderungen des Lesers in "Dom Casmurro" von Joaquim Maria Machado de Assis. - Frank Zipfel: Inspiration - Transformation - Interpretation. Zur dreifachen Bedeutung von Diderots "Jacques le fataliste" für Brechts "Flüchtlingsgespräche". - Andreas Ohme: "Ceci n'est point un roman" oder das Spiel mit den Gattungsgrenzen in Milan Kunderas Drama "Jakub a jeho pán" (nebst einer Typologie der drei Grundgattungen). - Nikolas Immer: Im Schatten Diderots. Hans Magnus Enzensbergers Radio-Roman "Jakob und sein Herr" (1979). - Tobias Berneiser: Jacques und Corporal Trim im Text-Duell. Zur Intertextualitätspoetik in einer Novelle Cécile Avouacs. 234 Seiten, gebunden (Intercultural Studies; Band 9/Universitätsverlag Winter 2018)
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Allg. u. vergleich. Literaturwissenschaft Rezeptionsforschung Literaturtheorie Neuere französische Literatur

Bestell-Nr.: 15183
ISBN-13: 9783825369590
ISBN-10: 3825369595
Erscheinungsjahr: 2018
Bindungsart: gebunden
Umfang: 234 Seiten
Gewicht: 528 g
Verlag: Universitätsverlag Winter
Reihe: Intercultural Studies
Herausgeber*innen: Olaf Müller, Caroline Mannweiler
Sprache: Deutsch
Zustand: Neu
* Gilt für Lieferungen nach Deutschland. Lieferzeiten für alle anderen Länder finden Sie hier.
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