Kundenlogin
Wenn Sie noch kein Kundenkonto haben, können Sie sich hier registrieren. Sollten Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie hier ein neues Passwort anfordern.
Wenn Sie noch kein Kundenkonto haben, können Sie sich hier registrieren. Sollten Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie hier ein neues Passwort anfordern.

Kronenberger, Matthias
Der Parasit der Überzeugungsbildung
Indem er Serres Begriff des Parasiten auf den Kontext der richterlichen Überzeugungsbildung anwendet, fragt der Autor nach der differentia specifica von Wissen und Überzeugung. Matthias Kronenberger behandelt ein alltägliches Thema der praktischen gerichtlichen Tätigkeit. Er bedient sich hierzu des in der Rechtstheorie und Rechtsphilosophie bisher ungebräuchlichen Schlüsselwortes des Parasiten, mit dem an die grundlegende Arbeit des französischen Mathematikers und Philosophen Michel Serres angeknüpft wird. Angewandt auf das Thema der richterlichen Überzeugungsbildung führt es zu einer neuen, ungewöhnlichen Perspektive auf die gerichtliche Arbeit und der sonst unterstellten philosophischen Kernfrage: Was ist eigentlich eine Überzeugung, inwiefern unterscheidet sie sich vom Wissen und wie kann man dem Wissen gerecht werden und doch auch aus Überzeugung einer gerechten Entscheidung näher kommen? Dies betrifft die großen Themen der Rechtsphilosophie, welche der Autor mit unterschiedlichen Gewährspersonen reflektiert, zu denen insbesondere die klassischen deutschen Philosophen Kant und Hegel sowie die postmodernen französischen Autoren des 20. Jahrhunderts Jean-François Lyotard und Jacques Derrida als auch die Systemtheorie Niklas Luhmanns gehören. Auf dieser Grundlage wird die Überzeugung im Anschluss an Lyotard als Affekt-Satz ausgearbeitet. Dieser negative Satz lässt sich als Versprechen ohne inhaltliche Bestimmung kennzeichnen. Er bietet die Chance, von Sätzen Zeugnis abzulegen, die im Rahmen der Diskursregeln des Rechts nicht artikuliert werden können. Der praktische Effekt dieses merkwürdigen Satzes liegt darin, die als legitimierenden Faktor benötigte Ungewissheit über den Ausgang des Verfahrens zu erzeugen. Die Analyse legt hierbei nahe, dass es nicht die intensiven Affekte sind, die den Gerichtsalltag bestimmen. Eher herrscht das diskrete Gefühl der Gefühllosigkeit vor, das als ein der Neutralität, der Sachlichkeit und der Unabhängigkeit entsprechender Wert umschrieben und gesetzt wird. Die Problematik der Überzeugungsbildung besteht danach weniger in der Gefahr eines willkürlich handelnden Subjekts, sondern mehr in der Flüchtigkeit des Affekt-Satzes, der die Überzeugungsbildung in Verzug setzt und dadurch gegen das zentrale Verbot der Resultatlosigkeit verstößt. 156 Seiten, broschiert (Schriften zur Rechtstheorie; Band 251/Duncker & Humblot 2010) schwarze Filzstiftstriche auf SchnittBestell-Nr.: 81499
ISBN-13: 9783428126804
ISBN-10: 3428126807
Erscheinungsjahr: 2010
ISBN-13: 9783428126804
ISBN-10: 3428126807
Erscheinungsjahr: 2010
Reihe: Schriften zur Rechtstheorie
Autor*in: Matthias Kronenberger
Sprache: Deutsch
Zustand: Sehr gut, schwarze Filzstiftstriche auf Schnitt
Autor*in: Matthias Kronenberger
Sprache: Deutsch
Zustand: Sehr gut, schwarze Filzstiftstriche auf Schnitt
Weitere Bücher der Reihe »Schriften zur Rechtstheorie«

Winiger, Bénédict
Das rationale Pflichtenrecht Christian Wolffs
Bedeutung und Funktion der transzendentalen, logischen und moralischen Wahrheit …
Das rationale Pflichtenrecht Christian Wolffs
Bedeutung und Funktion der transzendentalen, logischen und moralischen Wahrheit …



Pfordten, Dietmar von der
Deskription, Evaluation, Präskription
Trialismus und Trifunktionalismus als sprachliche Grundlagen von Ethik und Recht …
Deskription, Evaluation, Präskription
Trialismus und Trifunktionalismus als sprachliche Grundlagen von Ethik und Recht …


Schreiner, Helmut
Die Intersubjektivität von Wertungen
Zur Begründbarkeit von Wertungen im Rechtsdenken durch ethisch verpflichtetes …
Die Intersubjektivität von Wertungen
Zur Begründbarkeit von Wertungen im Rechtsdenken durch ethisch verpflichtetes …


Dornseifer, Gerhard
Rechtstheorie und Strafrechtsdogmatik Adolf Merkels
Ein Beitrag zum Realismus in der Jurisprudenz
Rechtstheorie und Strafrechtsdogmatik Adolf Merkels
Ein Beitrag zum Realismus in der Jurisprudenz
Weitere Bücher im Sachgebiet »Rechtstheorie«



Luth, Janine
Semantische Kämpfe im Recht
Eine rechtslinguistische Analyse zu Konflikten zwischen dem EGMR und nationalen …
Semantische Kämpfe im Recht
Eine rechtslinguistische Analyse zu Konflikten zwischen dem EGMR und nationalen …



Pothast, Ulrich
Die Unzulänglichkeit der Freiheitsbeweise
Zu einigen Lehrstücken aus der neueren Geschichte von Philosophie und Recht
Die Unzulänglichkeit der Freiheitsbeweise
Zu einigen Lehrstücken aus der neueren Geschichte von Philosophie und Recht












