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Überleben schreiben
Zur Autobiographik der Shoah. Hrsg. von Manuela Günter. Unter Mitarbeit von Holger Kluge.Den Gegenstand der neun Aufsätze, denen eine ausführliche Einleitung vorangestellt ist, bilden die Kindheitsautobiographien Überlebender aus den 1980er und 90er Jahren. Ausgehend von dem Paradoxon, dass das Verbot der Repräsentation, Kern der wissenschaftlichen Reflexion über die Shoah, in den autobiographischen Erzählungen Überlebender notwendig übertreten wird, sollen die Erzählformen analysiert werden, die die Provokation des Äußersten zum Gegenstand haben. Scheitern und Gelingen markieren in den Texten eine Grenze, deren Verlauf in verschiedenen Annäherungen erkundet wird. Christof Hamann in der F.A.Z.: »Gerade [...] durch das Literarische in den Texten der Überlebenden entsteht [...] eine spezifische, von herkömmlichen Topisierungen und massenmedialen Aufbereitungen abweichende Form des Umgangs mit der Shoah, dank der vieles zur Sprache kommt, was bislang ungesagt blieb. "Die verstehbaren Ausmaße des Verbrechens", so die Herausgeberin, "sind umfangreicher, als die meisten wahrhaben wollen, und es sind vor allem die Überlebenden, die uns diese Ausmaße vor Augen stellen." Der Band [...] trägt mit seinen Überlegungen dazu bei, den Blick für das von diesen Holocaust-Texten bereitgestellte Verstehen zu schärfen«. - Aus dem Inhalt: Manuela Günter: Writing Ghosts. Von den (Un-)Möglichkeiten autobiographischen Erzählens nach dem Überleben. - Günter Butzer: Topographie und Topik. Zur Beziehung von Narration und Argumentation in der autobiographischen Holocaust-Literatur. - Erich Kleinschmidt: Schreiben an Grenzen. Probleme der Autorschaft in Shoah-Autobiographik. - Thomas Meyer: Bemerkungen zu Imre Kertész' Projekt der "Schicksalslosigkeit". - Sigrid Lange: Blickverschiebung. Roberto Benignis "Das Leben ist schön" und Imre Kertész' "Roman eines Schicksallosen". - Annette Keck: Merkwürdiges Warten. Imre Kertész' Beitrag zu einer Poetik des Wartens zwischen Erinnem und Vergessen im "Roman eines Schicksallosen". - Carmel Finnan: "Ein Leben in Scherben". Geschlechterdifferenz als Erinnerungsform bei Cordelia Edvardson und Ruth Klüger. - Bettina Bannasch: F für Fälschung, K für Kitsch oder L für Literatur? Zu Binjamin Wilkomirskis 'autobiographischem' Roman "Bruchstücke". - Carl Freytag: Augenschein. Videozeugnisse Überlebender: Wem gehört die Erinnerung? - 218 Seiten, broschiert (Königshausen & Neumann 2002)
Bestell-Nr.: 125955
ISBN-13: 9783826022197
ISBN-10: 382602219X
Erscheinungsjahr: 2002
ISBN-13: 9783826022197
ISBN-10: 382602219X
Erscheinungsjahr: 2002
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