Kundenlogin
Wenn Sie noch kein Kundenkonto haben, können Sie sich hier registrieren. Sollten Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie hier ein neues Passwort anfordern.
Wenn Sie noch kein Kundenkonto haben, können Sie sich hier registrieren. Sollten Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie hier ein neues Passwort anfordern.
Neu im AngebotHeil, Thomas
Die Verwaltungsgerichtsbarkeit in Thüringen 1945-1952
Ein Kampf um den Rechtsstaat. Thomas Heil untersucht den Thüringer Sonderweg innerhalb der SBZ auf dem Gebiet des Verwaltungsrechtsschutzes - von der Restauration der Verwaltungsgerichtsbarkeit über den Dauerkonflikt um die Tätigkeit des OVG Jena bis zum vollständigen Abbau des gerichtlichen Verwaltungsrechtsschutzes. - Vor dem Hintergrund der wechselvollen politischen Entwicklung zeigt Thomas Heil die Geschichte der thüringischen Verwaltungsgerichtsbarkeit von den ersten Vorarbeiten zum Wiederaufbau im Sommer 1945 bis zu ihrer vollständigen Abschaffung auf dem Gebiet der DDR im Sommer 1952. In diesen sieben Nachkriegsjahren spielte die Verwaltungsgerichtsbarkeit nicht nur für die administrative, sondern auch für die allgemeine politische Entwicklung des Landes eine in der SBZ und späteren DDR einzigartige Rolle. Unter den Ländern der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) beschritt Thüringen einen Sonderweg, als es 1946 mit der Wiedereröffnung des Oberverwaltungsgerichts Jena und der Restauration seiner verwaltungsgesetzlichen Grundlagen Maßstäbe für die Wiederherstellung rechtsstaatlicher Verhältnisse setzte. Angesichts einer kommunistischen Umgestaltungspolitik, die auf die Errichtung eines zentralistischen Einheitsstaates abzielte und daher nicht an einer unabhängigen Gerichtsbarkeit über die Verwaltung interessiert sein konnte, musste dieses Restaurationsprogramm eine Ausnahmeerscheinung bleiben. Seine Verwirklichung gelang der anfangs noch 'bürgerlich' dominierten thüringischen Landesregierung nur durch die geschickte Ausnutzung des rechtspolitischen Gestaltungsspielraums, der ihr im Rahmen der von Stalin proklamierten 'antifaschistischen Demokratie' zunächst noch belassen wurde. Aber schon bald erwies sich das Oberverwaltungsgericht als ein Gegengewicht zu den kommunistisch beherrschten Institutionen und geriet ins Kreuzfeuer der Kritik. Es ergab sich ein Dauerkonflikt um die Funktion und Stellung der Verwaltungsgerichtsbarkeit, in dem die liberale Verwaltungsdoktrin des bürgerlichen Lagers und die etatistischen Vorstellungen der Kommunisten aufeinanderprallten. Dabei konnte sich das zunehmend unter politischen Druck geratende Oberverwaltungsgericht erstaunlich lange dem Zugriff der erstarkten SED entziehen und den Individualrechtschutz weiter ausbauen. Erst aufgrund einer im Herbst 1948 durchgesetzten gesetzlichen Neuregelung gelang es der SED, das missliebige Oberverwaltungsgericht durch ein den Prinzipien der zentralistischen Staatsführung angepasstes Landesverwaltungsgericht zu ersetzen. Dieses Gericht konnte und sollte eine effektive Verwaltungskontrolle nicht mehr gewährleisten und verfiel in Bedeutungslosigkeit, lange bevor es im Sommer 1952 abgeschafft wurde. Die Darstellung gliedert sich in acht Kapitel: 1. Der Wiederaufbau der thüringischen Verwaltungsgerichtsbarkeit; 2. Die Auseinandersetzungen um die verfassungsrechtliche Stellung der Verwaltungsgerichtsbarkeit; 3. Der Volksrichterkonflikt - Die Rolle des OVG Jena in den Auseinandersetzungen um einen neuen Richtertypus; 4. Die Auseinandersetzungen um das Reichsleistungsgesetz; 5. Das OVG als »Bollwerk« gegen gesellschaftliche Umwälzungen? 6. »Demokratisierung« der Justiz. Die SED geht in die Offensive; 7. Die Neuregelung der Verwaltungsgerichtsbarkeit; 8. Das Landesverwaltungsgericht Thüringen. - Aus der Einleitung: »Der von Thüringen beschrittene Sonderweg auf dem Gebiet des Verwaltungsrechtsschutzes - von der Restauration der Verwaltungsgerichtsbarkeit über den offen und verdeckt ausgefochtenen Dauerkonflikt um die Tätigkeit des OVG Jena bis zum vollständigen Abbau des gerichtlichen Verwaltungsrechtsschutzes - bildet den Gegenstand der vorliegenden Untersuchung. Die Entwicklung soll dabei ebensowenig aus einer behördengeschichtlichen wie aus einer rein gesetzgebungsgeschichtlichen Perspektive nachgezeichnet werden. Die rechtshistorische Blickrichtung orientiert sich vielmehr an dem Prozeß der Verrechtlichung bzw. Entrechtlichung von miteinander im Streit liegenden politischen Normvorstellungen und an der Entwicklung der äußeren und inneren Funktionsbedingungen der Verwaltungsrechtsprechung. Das Potential dieses Spannungsfeldes zwischen Politik und Recht wurde von den zeitgenössischen Verfechtern der "alten, in jahrzehntelanger Rechtsprechung bewährten Thüringer Verwaltungsgerichtsbarkeit" in naturrechtlicher Manier als "Feindschaft der Macht gegenüber dem Recht" charakterisiert. Umgekehrt stellte es sich den revolutionären Erneuerern als Feindschaft des alten Rechts gegenüber der neuen Macht dar. Die Rekonstruktion dieser "Feindschaften" und ihrer Hintergründe machte es erforderlich, alle empirisch wirksamen Faktoren zu erschließen, was auf die Heranziehung des gesamten historischen Materials hinausläuft. Auf der Grundlage dieses Ansatzes soll die Untersuchung vor allem drei zentrale Probleme einer Lösung zuführen: 1. Welche politischen, strukturellen, personellen oder sonstigen Bedingungen haben 1946 maßgeblich zur Restitution gerade der thüringischen Verwaltungsgerichtsbarkeit und ihrer restaurativen Ausgestaltung beigetragen? 2. Welche Auswirkungen hatte die Tätigkeit des OVG Jena auf die rechtliche und politische Entwicklung des Landes und inwieweit waren diese regionalspezifischen Folgen angesichts allgemeiner Vereinheitlichungs- und Zentralisierungstendenzen ausschlaggebend für die thüringische "Justizkrise"? 3. Welche Faktoren waren schließlich für die Abschaffung der Verwaltungsgerichtsbarkeit in Thüringen und der DDR entscheidend?« XXI,307 Seiten, Leinen (Beiträge zur Rechtsgeschichte des 20. Jahrhunderts; Band 18/Mohr Siebeck 1996) leichte Lagerspuren
Bestell-Nr.: 132249
ISBN-13: 9783161466373
ISBN-10: 3161466373
Erscheinungsjahr: 1996
ISBN-13: 9783161466373
ISBN-10: 3161466373
Erscheinungsjahr: 1996
Reihe: Beiträge zur Rechtsgeschichte des 20. Jahrhunderts
Autor*in: Thomas Heil
Sprache: Deutsch
Zustand: Wie neu, leichte Lagerspuren
Autor*in: Thomas Heil
Sprache: Deutsch
Zustand: Wie neu, leichte Lagerspuren
Vorheriges Buch Zum Sachgebiet 'Rechtsgeschichte des 20. Jahrhunderts' Nächstes Buch
Weitere Bücher der Reihe »Beiträge zur Rechtsgeschichte des 20. Jahrhunderts«

Löffelsender, Michael
Strafjustiz an der Heimatfront
Die strafrechtliche Verfolgung von Frauen und Jugendlichen im Oberlandesgerichtsbezirk …
Strafjustiz an der Heimatfront
Die strafrechtliche Verfolgung von Frauen und Jugendlichen im Oberlandesgerichtsbezirk …


Rücker, Simone
Rechtsberatung
Das Rechtsberatungswesen von 1919-1945 und die Entstehung des Rechtsberatungsmissbrauchsgesetzes …
Rechtsberatung
Das Rechtsberatungswesen von 1919-1945 und die Entstehung des Rechtsberatungsmissbrauchsgesetzes …

Emmert, Jochen
Auf der Suche nach den Grenzen vertraglicher Leistungspflichten
Die Rechtsprechung des Reichsgerichts 1914-1923
Auf der Suche nach den Grenzen vertraglicher Leistungspflichten
Die Rechtsprechung des Reichsgerichts 1914-1923


Spindler, Gerald
Recht und Konzern
Interdependenzen der Rechts- und Unternehmensentwicklung in Deutschland und …
Recht und Konzern
Interdependenzen der Rechts- und Unternehmensentwicklung in Deutschland und …

Waibel, Dieter
Von der wohlwollenden Despotie zur Herrschaft des Rechts
Entwicklungsstufen der amerikanischen Besatzung Deutschlands 1944-1949
Von der wohlwollenden Despotie zur Herrschaft des Rechts
Entwicklungsstufen der amerikanischen Besatzung Deutschlands 1944-1949
Weitere Bücher im Sachgebiet »Rechtsgeschichte des 20. Jahrhunderts«




50 Jahre Römische Verträge
Geschichts- und Rechtswissenschaft im Gespräch über Entwicklungsstand und …
Geschichts- und Rechtswissenschaft im Gespräch über Entwicklungsstand und …

Ludwig, Johannes
Zwischen Anspruch und Wirklichkeit
Die politische Praxis des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen im Spiegel …
Zwischen Anspruch und Wirklichkeit
Die politische Praxis des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen im Spiegel …

Übergang und Neubeginn
Beiträge zur Verfassungs- und Verwaltungsgeschichte Niedersachsens in der Nachkriegszeit …
Beiträge zur Verfassungs- und Verwaltungsgeschichte Niedersachsens in der Nachkriegszeit …


Die Verfassung der Republik
Zentrale Fragen der Verfassung und des Verfassungslebens - 75 Jahre Bundesverfassung …
Zentrale Fragen der Verfassung und des Verfassungslebens - 75 Jahre Bundesverfassung …












