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Suhren, Katrin
Shakespeares Charismatiker
Herrschaftsentwürfe in den Historien und Römerdramen im Blick Max Webers. Legitimation und effiziente Ausübung von Herrschaft sind auch bei Shakespeare ein zentrales Thema. In seinen Dramen entsteht ein Herrschaftstypus, dessen Erfolg in großem Maß an die individuelle Herrscherpersönlichkeit gebunden ist. Indem sie auf Webers Charisma-Konzept zurückgreift, gewinnt Katrin Suhren eine neue Perspektive auf die Historien und Römerdramen, die die Fortschrittlichkeit der Herrschaftsdarstellung Shakespeares in den Vordergrund rückt. - Anhand von Webers Ausführungen zu Charisma und charismatischer Herrschaft versucht die Studie Shakespeares szenische Experimente mit den Anforderungen an einen neuen, den Herausforderungen der Zeit gewachsenen Herrschaftstypus nachzuvollziehen. Das England der Frühen Neuzeit ist von einem Interesse an der Legitimation von Herrschaft ebenso geprägt wie von der Frage nach effizienter Herrschaftsausübung. Dieses Interesse schlägt sich auch in den Dramen Shakespeares nieder, der sich bei der Darstellung seiner Herrscherfiguren zeitgenössisch verfügbarer Herrschaftsdiskurse wie den Lehren Machiavellis, dem 'divine right of kings' oder der Vorstellung der zwei Körper des Königs bedient. Diese Herrschaftsentwürfe werden in Shakespeares Dramen nicht nur gegeneinander abgewogen, sondern auch weiterentwickelt. Dabei entsteht ein Herrschaftstypus, dessen Erfolg in großem Maß an die individuelle Herrscherpersönlichkeit gebunden ist. Dieser Typus wird in der Studie unter Anwendung des Charisma-Konzepts Max Webers in den Blick genommen. "Shakespeares Charismatiker" eröffnet damit eine Perspektive auf die Historien und Römerdramen, die die Fortschrittlichkeit der Herrschaftsdarstellung Shakespeares in den Vordergrund rückt. Die grundlegenden Fragestellungen, die dabei verfolgt werden, lauten: Wie tiefgreifend ist Shakespeares Gestaltung des Phänomens Charisma? Gelingt es mit Hilfe der Charisma-Theorie Max Webers, die aktuelle Relevanz der Charisma Gestaltung Shakespeares nachzuweisen? Inwieweit differenziert Shakespeare mit diesem Interesse die zugänglichen zeitgenössischen Herrschaftskonzeptionen? Und: Lässt sich möglicherweise in Shakespeares Darstellung seiner Herrscherfiguren einer der entschieden modernen Züge seiner Dramen feststellen? Die Monografie ist in vier Hauptteile gegliedert und beginnt mit einer Darstellung des theoretischen Hintergrunds. Dieses einleitende Kapitel umfasst die Darstellung von Webers Herrschaftssoziologie, mit besonderem Schwerpunkt auf den Typus der charismatischen Herrschaft. Ziel der Studie ist nicht die kritische Auseinandersetzung mit diesem Modell, sondern dessen Anwendung auf Shakespeare. Die Analyse der Dramen selbst erfolgt überwiegend Szene für Szene, um die dramatische Entfaltung der Charisma Gestaltung in einem 'close reading' der Stücke nachvollziehen zu können. Das dritte Kapitel widmet sich Shakespeares erster Annäherung an das Phänomen Charisma und nimmt "Richard III" in den Blick. Ein besonderer Schwerpunkt wird hier auf Richards Beziehung zum Publikum gelegt. Das vierte Kapitel konzentriert sich auf die Stücke der Lancaster-Tetralogie: Für die Auseinandersetzung mit Henry Bolingbroke ist in erster Linie relevant, wie Charisma als Legitimationsgrund einer Herrschaft fungieren kann. Dieser Frage geht Shakespeare in der Gegenüberstellung zweier Herrschaftsmodelle in "Richard Il" nach. In der Analyse der beiden Teile von "Henry IV" wird zunächst der weitere Verlauf von Bolingbrokes (möglicherweise) charismatischer Herrschaft untersucht, bevor wir uns der Darstellung des Thronfolgers Prinz Hal widmen. Im Zusammenhang mit "Henry V" rückt schließlich ein weiterer Aspekt in den Mittelpunkt der Analyse: die konkreten Kompetenzen, die einen effizienten und erfolgreichen Herrscher ausmachen, und die Bezüge, die auch hier zu Charisma bestehen. Im fünften Kapitel stehen mit "Julius Caesar" und "Coriolanus" zwei Römerdramen im Fokus der Analyse. Der zeitliche Rahmen der für die Studie ausgewählten Dramen deutet bereits an, wie zentral die in diesen Stücken gestellten Fragen nach 'moderner' Herrschaftsausübung für Shakespeare sind. Mit dem heute als Charisma beschriebenen Phänomen hat er sich aber auch noch in ganz anderen Zusammenhängen auseinandergesetzt, sodass im Schlusskapitel nicht nur eine Zusammenfassung der Ergebnisse vorgenommen wird, sondern auch Anknüpfungspunkte für weitere Forschungen zu diesem Thema gegeben werden. 258 Seiten, gebunden (Anglistische Forschungen; Band 458/Universitätsverlag Winter 2017)
Bestell-Nr.: 14801
ISBN-13: 9783825367312
ISBN-10: 3825367312
Erscheinungsjahr: 2017
ISBN-13: 9783825367312
ISBN-10: 3825367312
Erscheinungsjahr: 2017
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