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Buchcover Der »Ungläubige« in der Rechts- und Kulturgeschichte des 18. JahrhundertsNeu im Angebot

Der »Ungläubige« in der Rechts- und Kulturgeschichte des 18. Jahrhunderts

Hrsg. von Andreas Deutsch und Ulrich Kronauer im Auftrag der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Akademie des Landes Baden-Württemberg.

18 Beiträge widmen sich aus der Sicht unterschiedlicher Disziplinen der Toleranzdiskussion im 18. Jahrhundert, als traditionelle und modernisierende Kräfte zum Teil erbittert um Glaubenswahrheiten und Toleranzräume rangen. Die Kontroversen über den Umgang mit "Ungläubigen" beziehen sich sowohl auf Atheisten als auch auf Andersgläubige. Der Band versucht eine exemplarische Annäherung mit historischen, rechtshistorischen, philosophischen, literaturwissenschaftlichen und theologischen Beiträgen. - Die Frage nach "Glaube" und "Unglaube" hat bis in die Gegenwart Brisanz. Während andernorts Menschen für ihren Glauben morden, muss in Europa die Toleranzdiskussion seit der Aufklärung stetig aufs Neue geführt werden. 18 interdisziplinäre Beiträge lenken den Blick auf das 18. Jahrhundert, in dem traditionelle und modernisierende Kräfte zum Teil erbittert um Glaubenswahrheiten und Toleranzräume rangen. Wesentliche Positionen der Debatte wirken bis in unsere Tage nach. Nicht nur Atheisten, sondern auch Andersgläubige, etwa Muslime, Angehörige von Naturreligionen oder Sekten, galten für viele Christen des 18. Jahrhunderts als "ungläubig" - und sollten entweder bekehrt und missioniert oder aber verfolgt und bestraft werden. Befürworter eines toleranten Umgangs setzten sich dem Verdacht aus, selbst ungläubig zu sein. Die Rolle des "Ungläubigen" markiert somit einen spannenden Ausschnitt der komplexen Beziehung zwischen Aufklärung, Theologie und Recht (nicht nur) im 18. Jahrhundert. -- Der Band ist in fünf Haupteile gegliedert: 1. Zur Einführung in den Themenkreis (eine Einleitung von Ulrich Kronauer und ein Beitrag von Jürgen Weitzel über die Rechtsgeschichte des Ungläubigen in den deutschen Territorien im 18. Jahrhundert); 2. Fremde als "Ungläubige"; 3. Aufklärer und Gegenaufklärer; 4. Freigeister und Zweifler; 5. Religiöse Toleranz als bleibende Herausforderung. Der erste Hauptteil des Sammelbandes erfasst Beiträge zum rechtlichen und religiösen Denken des 18. Jahrhunderts, in denen die Ungläubigen die nicht als Christen Geborenen und Getauften sind. Bei diesen Nichtchristen handelt es sich im Wesentlichen um Fremde; abgesehen von den Juden gab es in deutschen Landen des 18. Jahrhunderts nicht viele Ungläubige. Der zweite Hauptteil behandelt eine extreme Position der Aufklärung: den Atheismus, beschreibt die Interpretation der antiken Mythologie in den Schriften prominenter Vertreter der französischen, italienischen und deutschen Aufklärung, fragt nach dem Glauben des bedeutenden Vertreters der Spätaufklärung Georg Christoph Lichtenberg und stellt Geheimbünde der Gegenaufklärung vor. Im dritten Hauptteil werden Texte vorgestellt, in denen die Unglaubensproblematik in Szene gesetzt ist, einmal in Theaterstücken, dann auch in Texten der religiösen Erbauung oder auch Polemik. Im 18. Jahrhundert stieß die Forderung nach Toleranz in Religionssachen auf starke Widerstände von obrigkeitlicher und kirchlicher Seite und war für diejenigen, die sie vertraten, nicht ungefährlich. Vertreter religiöser Gewissheiten stehen auch im 21. Jahrhundert noch den Anhängern anderer religiöser Glaubensrichtungen, den Zweiflern oder auch den dezidiert Ungläubigen oft feindselig gegenüber. Der Weg der unabgeschlossenen, ständig korrekturbedürftigen Erfahrung, auf den Goethes Faust geschickt wurde, wird verstellt durch Wahrheits- und Machtansprüche, die ein Miteinander unterschiedlicher Welt- und Lebensentwürfe erschweren oder sogar unmöglich machen. Die beiden letzten Autoren argumentieren im vierten Teil auf der Basis ihrer Religion und finden dieser Religion immanente Begründungen der Toleranz. -- Aus dem Inhalt: Ulrich Kronauer: Der "Ungläubige" im 18. Jahrhundert. Einleitung. - Jürgen Weitzel: Der "Ungläubige" im Recht des 18. Jahrhunderts. - Steffen Seybold: Sklaverei im 18. Jahrhundert: Frage des Glaubens oder Natur der Sache? - Ulrich Kronauer: Aus Wilden Christen machen. Programme und Probleme der Grönland- und Labradormissionare im 18. Jahrhundert. - Mati Laur: Die Herrnhuter Brüdergemeine in Est- und Livland im 18. Jahrhundert. - Ivar Leimus: 'Iura christianorum'. Eine Floskel von Heinrich oder ein Mittel zur Unterwerfung der Heiden? Zur Bedeutung eines Begriffs in der Kreuzzugs-Rhetorik des 12. bis 13. Jahrhunderts und in der Historiographie. - Jaan Undusk: Der Ungläubige, der Unglaubwürdige. Kreuzzugsgeschichte als Widerspiegelung des (De-)Zivilisierungsprozesses. - Daniel Cyranka: Schwärmerei, Betrug, Vernunft oder Irrtum? Zum Mohammed-Bild bei Gottfried Leß. - Wolfgang Schild: Der Werwolf als Ungläubiger. - Winfried Schröder: Der 'Insipiens' im 18. Jahrhundert. Aufklärung und Atheismus. - Peter König: Über die Abgötterey der Alten. Mythologie in der Aufklärung. - Ulrich Joost: Lichtenbergs Glaube. - Andreas Deutsch: Geheimbünde wider den Unglauben im späten 18. Jahrhundert. - Björn Spiekermann: Der Freigeist auf dem Sterbebett: Ein Kapitel aus der Literaturgeschichte des Unglaubens im 18. Jahrhundert. - Uwe Japp: Der Ungläubige in der Komödie: Lessings frühes Lustspiel "Der Freigeist". - Ulrike Zeuch: Ohne Mephisto kein Faust. Sinnsuche eines Ungläubigen im Medium der Literatur. - Eberhard Schockenhoff: Führt der Glaube zu Intoleranz? Überlegungen eines katholischen Theologen. - Daniel Krochmalnik: Der ungläubige Prophet. Eine aktuelle Reflexion über das Buch Jona. 490 Seiten, broschiert (Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Akademie-Konferenzen; Band 20/Universitätsverlag Winter 2015)
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18. Jahrhundert/Zeit der Aufklärung Religionssoziologie Kirchengeschichte der Frühen Neuzeit Neuere Rechtsgeschichte Philosophie des 18. Jahrhunderts/Aufklärung

Bestell-Nr.: 81163
ISBN-13: 9783825365325
ISBN-10: 3825365328
Erscheinungsjahr: 2015
Bindungsart: broschiert
Umfang: 490 Seiten
Gewicht: 729 g
Verlag: Universitätsverlag Winter
Reihe: Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Akademie-Konferenzen
Herausgeber*innen: Ulrich Kronauer, Andreas Deutsch, Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Akademie des Landes Baden-Württemberg
Sprache: Deutsch
Zustand: Neu
* Gilt für Lieferungen nach Deutschland. Lieferzeiten für alle anderen Länder finden Sie hier.

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