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Neu im AngebotHauser, Linus
Kritik der neomythischen Vernunft. Band 2
Band 2: Neomythen der beruhigten Endlichkeit. Die Zeit ab 1945. Radikale Veränderungen seines Weltbildes (Kopernikus, Darwin, Freud und die Informationstechnologie) zwingen den modernen Menschen zur Neuorientierung. Ursprünglich Sicherheit suggerierende Strukturen sind durch den wissenschaftlichen Geist der Neuzeit in Frage gestellt. Damit sieht sich der Mensch gezwungen, sich über seinen Platz in der Welt selbst Gewissheit zu verschaffen. Mangels äußerer, vorgegebener Strukturen ist er nunmehr auf sich selbst zurückgeworfen. Nur in sich selbst kann er seine neue Verortung finden. Mit der Krise der geistigen Gewalten des Abendlandes (kirchliches Christentum, griechisch-römische Mythologie, der klassische Vernunftbegriff), einem Prozess, der eher euphemistisch als Traditionskrise angesprochen wird, sind die überlieferten Maßstäbe des Urteils über den eigenen Stand in der Welt ebenfalls in eine Krise geraten. Es ergibt sich weiterhin im Verlauf der Moderne, dass auch die empirischen Wissenschaften selbst in die Legitimationskrise einbezogen werden. Karl Popper spricht exemplarisch vom 'Sumpfland', in dem die empirische Wissenschaft stochere. Die Konsum- und Leistungskultur fördert darüber hinaus ein Selbstbild, das an Allmachtsfantasien und Ohnmachtserfahrungen nicht arm ist und vernünftige Selbstorientierung an das Medium der Empfindung bindet. Aus allen diesen Bestimmungsfaktoren ergibt sich ein metaphysisch ungesicherter Zustand, der als andere Seite des empfindungsorientierten und empirisch abgesicherten Seins den Bezug auf die wissenschaftsfundierte Technik hinsichtlich ihrer fantastischen Potenziale in der Sciencefiction, deren Rezeption von der spielerisch-fiktiven bis zur genossenschaftlich-verbindlichen Form (Jungddeutscher Orden, Scientology, Church of All Worlds und Cthulhukulte) herstellt. Nun könnte man dieses Ausleben der anderen Seite der rationalen Moderne teils als unverbindliche Spielerei, teils als pathologischen Extremfall beurteilen. Ein Perhorreszieren aller Formen sogenannter Trivialkultur, mag sie noch so weit verbreitet und noch so wirksam sein, verhindert den kritischen und das heißt auch präventiven Blick auf Phänomene, deren politische Brisanz (Adolf Hitler) vor allem der erste Band dieser Kritik der neomythischen Vernunft deutlich macht. Wenn wir in einer Welt leben, in der populäre Film- und Erzählstoffe nicht nur den so genannten Mann auf der Straße ansprechen, sondern auch zu längeren Gedankenspielen von hochkarätigen Wissenschaftlern werden und darüber hinaus möglicherweise auch noch zu deren Forschungsprogrammen, dann ist es an der Zeit, derartige Entwicklungen ernst zu nehmen, und das heißt zunächst einmal, sie zur Kenntnis zu nehmen. 783 Seiten, gebunden (Verlag Ferdinand Schöningh 2009) leichte Lagerspuren, Mängelexemplarstempel auf Schnitt
Bestell-Nr.: 93886
ISBN-13: 9783506756701
ISBN-10: 3506756702
Erscheinungsjahr: 2009
ISBN-13: 9783506756701
ISBN-10: 3506756702
Erscheinungsjahr: 2009
Autor*in: Linus Hauser
Sprache: Deutsch
Zustand: Sehr gut, leichte Lagerspuren, Mängelexemplarstempel auf Schnitt
Sprache: Deutsch
Zustand: Sehr gut, leichte Lagerspuren, Mängelexemplarstempel auf Schnitt
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