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Pathos, Parodie, Kryptomnesie
Das Gedächtnis der Literatur in Nietzsches "Also sprach Zarathustra". Hrsg. von Gabriella Pelloni und Isolde Schiffermüller.Mehr als in anderen Schriften bezieht sich Nietzsche im "Zarathustra" auf den Fundus der abendländischen Überlieferung. Zehn Beiträge erörtern das Werk am Leitfaden der Frage nach der 'Verdichtung' des kulturellen Erbes. - Der Band verfolgt die Absicht, den "Zarathustra" am Leitfaden der Frage nach der 'Verdichtung' des kulturellen Erbes in einer interdisziplinären Perspektive neu zu erörtern. In diesem Sinne dokumentieren die zehn Beiträge ein Spektrum möglicher Zugänge zu Nietzsches besonderer Kunst zu erben, zur Problematik des literarischen Gedächtnisses und der Formen, in denen es sich im Zarathustra artikuliert. In "Also sprach Zarathustra" bezieht sich Nietzsche weit mehr als in anderen Schriften auf den Fundus der abendländischen Überlieferung und verdichtet mithin unser kulturelles Erbe in einer riesigen Synthese, die sich als eigentümlicher Spielraum von Zitaten, Parodien und Anklängen konfiguriert. Gerade die schillernde Singularität dieser Synthese macht den Text zu einem bedeutenden Träger und Filter der Tradition und somit zu einem Modellfall, an dem sich literaturwissenschaftliche und philosophische Zugangsweisen, die sich mit der Frage nach dem kulturellen Gedächtnis und dessen Umwertungspraxis bei Nietzsche konfrontieren, ergänzen und gegenseitig beleuchten können. Der Sammelband dokumentiert ein Spektrum möglicher Zugänge zu Nietzsches Hauptwerk, zu seiner charakteristischen Dynamik der Neuschöpfung und zu den spezifischen Formen, in denen sich die Verdichtung der Tradition im "Zarathustra" artikuliert. Das Pathos Zarathustras, Nietzsches Parodie und der Kryptomnesie-Begriff, der die Umwertung der Tradition in den Horizont eines produktiven Vergessens stellt, werden dabei zu besonderen Herausforderungen der Literaturwissenschaft sowie des Denkens der Gegenwart. Im Zentrum der Erörterungen stehen vor allem gegenwärtige theoretische Konzepte der Literaturwissenschaft, insbesondere die Kategorien der Intertextualität und der Parodie, die in der Nietzscheforschung der letzten Jahre immer mehr in den Blick genommen wurden. Die Gedanken, die dem Konzept des Bandes zugrunde liegen, drehen sich um die Frage nach dem Erkenntnisgewinn dieser text- und diskursanalytischen Kategorien, die ausgehend vom Zarathustra noch einmal diskutiert und kritisch hinterfragt werden sollen. Grundsätzlicher geht es dabei nicht zuletzt um die Möglichkeiten und Bedingungen einer neuen Philologie, die Nietzsches Aufforderung in der "Morgenröthe" nachkommt: »Lernt mich gut lesen!« (M Vorwort 5; 3,17). -- Aus dem Inhalt: Enrico Müller: Das Pathos Zarathustras. - Rüdiger Görner: Im halkyonischen Ton des Andersseins. Poetische Selbstprojektion und Identitätsfragen in "Also sprach Zarathustra". - Christian Benne: Incipit 'parodia' - noch einmal. - Isolde Schiffermüller: Die Lieder des alten Zauberers. Zu Nietzsches Selbstparodie im "Zarathustra". - Annamaria Lossi: »Werde wer Du bist«? Parodie und Selbstbezüglichkeit in "Zarathustra" und "Ecce Homo". - Milena Massalongo: Zarathustra, oder zum fröhlichen Ernst. - Claus Zittel: »Nachtwandler des Tages«. Traumpoetik und Parodie in Nietzsches "Also sprach Zarathustra". - Alberto Giacomelli: Die Geburt des Unbewussten und die Konstruktion des Bewusstseins in "Also sprach Zarathustra". - Cathrin Nielsen: »Jetzt Erbe sein«. Gedächtnis, Leib und Wiederkunft mit Blick auf Nietzsches "Zarathustra". - Gabriella Pelloni: Kryptomnesie und literarisches Gedächtnis. Zu einem vergessenen Kapitel aus Nietzsches "Zarathustra". - 251 Seiten, gebunden (Beiträge zur Philosophie. Neue Folge/Universitätsverlag Winter 2015)
Bestell-Nr.: 15036
ISBN-13: 9783825364533
ISBN-10: 3825364534
Erscheinungsjahr: 2015
ISBN-13: 9783825364533
ISBN-10: 3825364534
Erscheinungsjahr: 2015
Reihe: Beiträge zur Philosophie. Neue Folge
Herausgeber*innen: Isolde Schiffermüller, Gabriella Pelloni
Sprache: Deutsch
Zustand: Neu
Herausgeber*innen: Isolde Schiffermüller, Gabriella Pelloni
Sprache: Deutsch
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