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Buchcover Zwischen Aufklärung, Policey und Verwaltung

Zwischen Aufklärung, Policey und Verwaltung

Zur Genese des Medizinalwesens 1750-1850. Hrsg. [und mit einem Vorwort und einer Einleitung versehen] von Bettina Wahrig-Schmidt und Werner Sohn.

Der Band behandelt die Genese des Medizinalwesens im kulturellen, wissenschaftlichen und politischen Kontext. Zehn Beiträge beleuchten diesen Prozess aus verschiedenen Perspektiven und zeigen insbesondere, wie sehr er vom Wandel des spätabsolutistischen Territorialstaates, von Tendenzen zu Zentralisierung und Reglementierung geprägt ist. - Die Entstehung des Medizinalwesens in Deutschland ist geprägt von mehreren tiefgreifenden Veränderungen des spätabsolutistischen Territorialstaates. Tendenzen zur Zentralisierung und Reglementierung zeichnen sich auf dem Gebiet von Medizin und Gesundheit der Bevölkerung im 18. Jahrhundert ab. Die fortschreitenden Prozesse in der Gestaltung des Medizinalwesens lassen sich weder allein auf das Gebiet der Medizin, noch auf dem der Verwaltung oder Policey verorten, sondern sind - als Momente einer weitreichenden politischen und gesellschaftlichen Umgestaltung - ein Gemenge von unterschiedlichen Diskurssträngen, Verwaltungspraktiken und Regierungstechniken. Die zehn Beiträge des Bandes behandeln drei Schwerpunkte: 1. Die medizinische Policey als Interdiskurs zwischen Policey, Aufklärung und Medizin; 2. Die Herausbildung medizinischer Kompetenz, die Kontrolle heilender Personen und den Ausschluss nichtautorisierter Heilender; 3. Die Fürsorge und SelbstFürsorge. - Der erste Schwerpunkt behandelt die Medicinische Policey als Interdiskurs zwischen Policey, Aufklärung und Medizin. In vier Beiträgen werden die Genese und die konzeptionellen Veränderungen des Medizinalwesens in einem weiteren Rahmen von Staat, Regierung und akademischer Medizin untersucht: zunächst in Bezug auf die Policeywissenschaft, sodann in Hinsicht auf die sich formierenden Verwaltungsstaaten und schließlich anhand von unterschiedlichen Äußerungsformen von Öffentlichkeit. Der zweite Schwerpunkt des Bandes betrifft die Herausbildung medizinischer Kompetenz, die Kontrolle heilender Personen und den Ausschluss nichtautorisierter Heilender. Während des Untersuchungszeitraums unterlag etwa das Medizinstudium tiefgreifenden Veränderungen; besonders die finanzkräftigeren Staaten bemühten sich aktiv um eine Reform des Medizinstudiums und schrieben Qualitätskriterien für die Abschlüsse fest. Für die akademischen Mediziner bedeutete dies langfristig Zuwachs an gesellschaftlicher Autorität wie auch an disziplinärer Kontrolle. Gleichzeitig wurden vermehrt Collegia medica eingerichtet und mit größerer Kompetenz ausgestattet; die akademischen Ärzte erlangen mehr Macht gegenüber Hebammen und Chirurgen; als Stadtphysici und Kollegmitglieder wurden sie in die Zentralisierungsbestrebungen der Staaten einbezogen. Im dritten Themenschwerpunkt sind Beiträge zusammengefasst, die den Umgang von Gruppen und Einzelnen mit Krankheiten untersuchen oder die Frage verfolgen, welches Wissen staatliche Institutionen vom Gesundheitszustand der Bevölkerung gehabt haben. Anhand von Fallstudien wird das komplexe Zusammenspiel zwischen der Inanspruchnahme von Hospitälern und deren weiterem Ausbau analysiert sowie die Selbstorganisation von Krankenversicherungen als Beitrag unten" zur Herausbildung des Medizinalwesens thematisiert. Der Band geht zurück auf ein Arbeitsgespräch vom 15. bis 18. März 2000 in der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel. - Aus dem Inhalt: Bettina Wahrig-Schmidt/Werner Sohn: Einleitung. - Sibylla Flügge: "Reformation oder erneuerte Ordnung die Gesundheit betreffend". Die Bedeutung des Policeyrechts für die Entwicklung des Medizinalwesens zu Beginn der Frühen Neuzeit. - Bettina Wahrig: "Alle Aerzte sollten also zu redlichen Männern gemacht werden." Der Zeitschriftendiskurs zur medicinischen Policey 1770-1810. - Werner Sohn: Von der Policey zur Verwaltung: Transformationen des Wissens und Veränderungen der Bevölkerungspolitik um 1800. - Thomas Broman: Zwischen Staat und Konsumgesellschaft: Aufklärung und die Entwicklung des deutschen Medizinalwesens im 18. Jahrhundert. Herausbildung medizinischer Kompetenz, Kontrolle heilender Personen und Ausschluss nichtautorisierter Heilender. - Jutta Nowosadtko: Rationale Heilbehandlung oder abergläubische Pfuscherei? Die medizinische Kompetenz von Scharfrichtern und ihre Ausgrenzung aus heilenden Tätigkeiten im 18. Jahrhundert. - Christine Loytved: Einmischung wider Willen und gezielte Übernahme. Geschichte der Lübecker Hebammenausbildung im 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts. - Gabriele Beisswanger: Der Arzneimittelmarkt um 1800: Arzneimittel zwischen Gesundheits-, Berufs- und Gewerbepolitik. - Iris Ritzmann: Der Faktor Nachfrage bei der Ausformung des modernen Medizinalwesens. Überlegungen am Beispiel der Kinderheilkunde. - Eberhard Wolff: Medikalisierung von unten? Das Beispiel der jüdischen Krankenbesuchsgesellschaften. - Mary Lindemann: Wie ist es eigentlich gewesen? Krankheit und Gesundheit um 1800. - 212 Seiten, gebunden (Wolfenbütteler Forschungen; Band 102/Herzog August Bibliothek in Kommission bei Harrassowitz Verlag 2003)
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Geschichte der Medizin 18. Jahrhundert/Zeit der Aufklärung

Bestell-Nr.: 15355
ISBN-13: 9783447048224
ISBN-10: 3447048220
Erscheinungsjahr: 2003
Bindungsart: gebunden
Umfang: 212 Seiten
Gewicht: 515 g
Verlag: Herzog August Bibliothek in Kommission bei Harrassowitz Verlag
Reihe: Wolfenbütteler Forschungen
Herausgeber*innen: Bettina Wahrig-Schmidt, Werner Sohn
Sprache: Deutsch
Zustand: Neu
* Gilt für Lieferungen nach Deutschland. Lieferzeiten für alle anderen Länder finden Sie hier.
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