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Buchcover Thomas More und die Sprachenfrage

Schmidt, Gabriela
Thomas More und die Sprachenfrage

Humanistische Sprachtheorie und die 'translatio studii' im England der frühen Tudorzeit.

Die Studie versucht das Gesamtwerk Thomas Mores aus historisch-diskursanalytischer Perspektive neu zu deuten, indem sie statt von der umstrittenen Biographie des Autors von der äußerst ambivalenten Rezeption der Sprach- und Wissenschaftstheorie des erasmischen Humanistenkreises im England der frühen Tudorzeit ausgeht. Eine Weltsicht, die die menschliche Sprache als stets wandelbare und kontingente Größe mit nie dagewesener Radikalität zum Dreh- und Angelpunkt von Wissenschaft und Gesellschaft erhob, generierte neue und drängende Fragen nach dem Zustandekommen von textueller Autorität, nach der Manipulierbarkeit zwischenmenschlicher Kommunikation und der Verlässlichkeit zeichenhafter Repräsentation an sich. Indem sie diesen Grundfragen im diskursiven Umfeld der Schriften Thomas Mores - von den wissenschaftspolitischen Diskussionen der Frühwerke bis hin zu den sprachzentrierten Auseinandersetzungen um Bibelübersetzung und 'sola-scriptura'-Prinzip in Tyndales Reformationstheologie - differenziert nachgeht, zeichnet die Autorin ein Panorama des frühen Tudorhumanismus, das die Selbstvermarktungsstrategien des Erasmuskreises ebenso kritisch hinterfragt wie die umstrittene Allianz von Humanismus und Reformation. Die allseitige enge Verknüpfung von Sprachtheorie und Sprachenfrage im Umfeld des ersamianischen Humanismus bildet den Ausgangspunkt für den zweiteiligen Aufbau der Studie. Während im ersten Teil (A. 'Fides et repraesentatio') die repräsentationstheoretischen Grundfragen im Mittelpunkt stehen, die den sprachtheoretischen Diskurs des Erasmuskreises prägen und sich in Thomas Mores schriftstellerischem Oeuvre in verschiedenster, nicht selten widersprüchlicher Form niederschlagen, werden die solchermaßen gewonnenen Erkenntnisse im zweiten Teil (B. 'Fides et translatio') auf die bildungs- und kulturpolitischen Diskussionen der frühen Tudorzeit im Zusammenhang mit der Problematik humanistischer 'translatio' sowie auf Mores praktischen Umgang mit ihr bezogen. Neben dem zweiteiligen Aufbau der Studie (A./B.) gliedert sie sich in folgende Unterkapitel: A1. Ambivalenzen der Sprachtheorie im Humanistenkreis um Erasmus; A2. Thomas More als Verteidiger erasmischer Sprach- und Wissenschaftstheorie (1514-1520) ; A3. Individueller Sprachstil und gesellschaftliche Verantwortung: Mores literaturkritischer Disput mit Germanus Brixius (1513-1521); A4. 'Utopia' und die Utopie der humanistischen Gemeinsprache; A5. "Coloure & pretext": Repräsentationsskepsis in Mores kunsttheoretischen Epigrammen und der 'History of Richard III'; A6. Pfingsten versus Babylon: Sprachkritik in Mores reformations-polemischen Schriften; B1. Quadratur des Kreises: 'Utopia' und die Paradoxien des humanistischen 'translatio'-ldeals; B2. "Of theyr scole maters lost is the hole sentens": Das Problem der 'translatio studii' und der Sprachenunterricht; B3. "Ein wenig mehr als nur grammatisch": Thomas More und das praktische Experimentierfeld der 'translatio' im 16. Jahrhundert; B4. Das Wort und die Vielfalt der Sprachen: More, Erasmus, Tyndale und die Ambivalenzen der Bibelübersetzung. - XIII,367 Seiten mit 10 Abb., gebunden (Anglistische Forschungen; Band 397/Universitätsverlag Winter 2009)
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Neuere englische Literaturwissenschaft Hochschul-/Wissenschaftsgeschichte Sprachphilosophie Geschichte der Frühen Neuzeit Philosophie des 15./16. Jahrhunderts

Bestell-Nr.: 14694
ISBN-13: 9783825355753
ISBN-10: 3825355756
Erscheinungsjahr: 2009
Bindungsart: gebunden
Umfang: XIII,367 Seiten mit 10 Abb.
Gewicht: 766 g
Verlag: Universitätsverlag Winter
Reihe: Anglistische Forschungen
Autor*in: Gabriela Schmidt
Sprache: Deutsch
Zustand: Neu
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