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Buchcover Arnzei und 'Confect'

Wacker, Gabriele
Arnzei und 'Confect'

Medikale Kultur am Wolfenbütteler Hof im 16. und 17. Jahrhundert. Mit einem Vorwort von Helwig Schmidt-Glintzer.

Auf der Grundlage von überlieferten Apothekenrechnungen geht Gabriele Wacker in ihrem Band der medikalen Kultur und insbesondere des Medikamentenkonsums am Wolfenbütteler Hof zwischen dem 16. und dem frühen 18. Jahrhundert nach. Der Medikamentenkonsum frühneuzeitlicher höfischer Eliten changierte zwischen Krankheitsprophylaxe und Genuss, zwischen Heilungswunsch und Luxus - die Grenzen zwischen Genuss- und Heilmittel lassen sich für diese Zeit mithin nur schwer ziehen. So waren Arzneigrundlagen wie Wein, Branntwein und Zucker zwar als Genussmittel in Gebrauch, doch wurden ihnen zugleich heilende Qualitäten zugeschrieben. Darüber hinaus stand der medizinische Nutzen auch alltäglicher Nahrungsmittel außer Frage. Die registrierten Arzneimittellieferungen geben Aufschluss über Medikationszusammenhänge und -abläufe, historische Tendenzen im Umgang mit Arzneimitteln und über einzelne gut dokumentierte Sonderfälle. Beleuchtet werden die Zusammenhänge zwischen Herstellung und Distribution von Arzneimitteln am Wolfenbütteler Hof, die interpersonalen Beziehungsnetze und die Bestallungen ausgewählter Ärzte und Apotheker. Anhand der angewandten Präparate und Substanzen können Rückschlüsse auf spezifische Krankheiten am Hof gezogen werden. Dabei geht die Autorin auch der Frage nach, ob und inwieweit sich die Medikation an ständischen Kriterien orientierte. Während die Mitglieder des Herzoghauses bevorzugt zur Krankheitsvorbeugung und -vermeidung behandelt wurden, erhielten die Mitglieder des Hofstaates erst dann medikamentöse Behandlung, wenn sie ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen konnten. In Seuchenzeiten hingegen scheint die Medikation weniger nach sozialer Schicht differenziert gewesen zu sein, da die Hofapotheke hier das Funktionieren der Gesundheitspflege des gesamten Hofes garantieren musste. Der Untersuchungszeitraum der Studie deckt sich zum größten Teil mit dem Zeitalter der Chemiatrie, das etwa 1550 bis 1670 reichte. Die Untersuchung liefert eine detaillierte und diachrone Analyse der Veränderungen im Arzneimittelgebrauch im Allgemeinen, wobei der beginnenden Rezeption chemiatrischer Heilverfahren und dem sich wandelnden Stellenwert der Purganzienlehre in der medizinischen Praxis besonderes Augenmerk gewidmet wird. Sie fragt mithin, welche der neuen stofflichen Erklärungen für Krankheit und Therapie an dem frühneuzeitlichen Fürstenhof in Wolfenbüttel sich in der Praxis im Wechselspiel zwischen Fachleuten (Ärzten, Apothekern) und Konsumenten (Mitglieder der fürstlichen Familie und des Hofstaats) konkret niedergeschlagen haben. Zwar ist die Verwendung chemiatrischer Arzneimittel an Höfen bekannt, doch liegen bisher keine diachronen Detailanalysen des Arzneimittelgebrauchs an Fürstenhöfen vor. 607 Seiten mit 108 Abb., gebunden (Wolfenbütteler Forschungen; Band 134/Herzog August Bibliothek in Kommission bei Harrassowitz Verlag 2013)
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Geschichte der Medizin Geschichte der Frühen Neuzeit

Bestell-Nr.: 15426
ISBN-13: 9783447068017
ISBN-10: 3447068019
Erscheinungsjahr: 2013
Bindungsart: gebunden
Umfang: 607 Seiten mit 108 Abb.
Gewicht: 1,48 kg
Verlage: Herzog August Bibliothek, Harrassowitz Verlag
Reihe: Wolfenbütteler Forschungen
Autor*in: Gabriele Wacker
Sprache: Deutsch
Zustand: Neu
* Gilt für Lieferungen nach Deutschland. Lieferzeiten für alle anderen Länder finden Sie hier.
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